Werder-Tormann Tim Wiese vor Wien-Gastspiel in Hochform
Bereits seit 619 Bundesliga-Minuten ohne Gegentreffer - Bremer im Vergleich zum Vorjahr unspektakulärer, dafür defensiv gefestigter.

Foto © AP/SarbachTim Wiese von Werder nach dem Spiel gegen Hoffenheim
Während sich die Wiener Austria um ihren an der Schulter verletzten Stammtormann Szabolcs Safar (MR-Untersuchung am Montag) sorgt, agiert Schlussmann Tim Wiese vom Donnerstag-Gegner Werder Bremen aktuell in Hochform. Nach dem 2:0 am Samstag daheim gegen Hoffenheim ist Wiese in der Bundesliga seit 619 Minuten ohne Gegentreffer, damit fehlen nur noch 22 auf den 21 Jahre alten Clubrekord von Oliver Reck. Die Allzeit-Bestmarke wird von Timo Hildebrand (damals VfB Stuttgart) mit 884 Minuten aus der Saison 2002/03 gehalten.
"Das zu Null kommt jetzt immer mehr in meinen Kopf", gab Wiese zu, dass der Rekord bei ihm zumindest im Hinterkopf präsent ist. Gegen Hoffenheim parierte Wiese sogar einen Elfmeter, in der 14. Minute war Carlos Eduardo gescheitert. "Wiese für Deutschland", forderten die Bremen-Fans während der Hoffenheim-Partie lautstark. Nicht nur für Werders Clubchef Klaus Allofs war diese Parade der entscheidende "Weckruf", denn bereits acht Minuten später hatten Claudio Pizarro (17.) und Per Mertesacker (22.) für die Entscheidung gesorgt.
Bremen in der Erfolgsspur
Austrias aktuelle Elfmeter-Misere würde Wiese da womöglich gerade recht kommen, die Wiener haben ihre jüngsten beiden Strafstöße gegen Nacional Funchal (durch Milenko Acimovic) und Salzburg (Mamadou Diabang) vergeben. Wie die Austria, die punktgleich mit Salzburg an der Tabellenspitze liegt, befindet sich auch Bremen in der Erfolgsspur, die Norddeutschen sind seit mittlerweile 13 Pflichtspielen ungeschlagen.
In der Europa League trennen die beiden Clubs aber bereits fünf Punkte. Denn während Werder die zwei Auftaktpartien gegen Nacional Funchal (auswärts 3:2) und Athletic Bilbao (daheim 3:1) gewonnen hat, weist die Austria nach dem 0:3 in Bilbao und dem 1:1 daheim gegen Funchal erst einen Punkt auf dem Konto auf. Will man die Chance auf die Top-Zwei und damit den Aufstieg wahren, ist ein Sieg am Donnerstag gegen die Deutschen eigentlich Pflicht.
50 Gegentreffer
Die Bremer, bei denen Sebastian Prödl aufgrund seiner Knieverletzung noch ohne Saisoneinsatz ist, bauen in dieser Saison auf neue Tugenden, Werders Defensive bildet nun die Grundlage für die jüngsten Erfolge. Im vergangenen Jahr hatte die Bremer Abwehr in 34 Ligapartien ganze 50 Gegentreffer und damit im Schnitt 1,34 pro Match schlucken müssen, in dieser Saison sind es bis dato nur 0,67 pro Partie.
"Wir haben uns vorgenommen, das Tor bis aufs Blut zu verteidigen, und das gelingt ganz gut", erläuterte Torsten Frings den Wandel beim UEFA-Cup-Finalisten 2009. "Wir arbeiten als Mannschaft mehr nach hinten. Das hat uns letztes Jahr komplett gefehlt." Neben Wiese und Frings gehören aktuell vor allem die starken Innenverteidiger Mertesacker und Naldo zu den Leistungsträgern und Erfolgsgaranten des ehemaligen Clubs von Andreas Herzog.















