Austria tankte Selbstvertrauen für den nächsten Schlager
Goldtorschütze Junuzovic nach 1:0 gegen Meister Salzburg: "Haben kämpferisch und spielerisch extrem überzeugt": Stevens ärgerte sich über verschlafene Anfangsphase.

Foto © APDiabang und Zickler
Mit dem 1:0-Heimerfolg am Samstagabend gegen Meister Salzburg hat Cupsieger Austria Wien Langeweile im Titelkampf der Fußball-Bundesliga - zumindest vorerst - verhindert. Goldtorschütze Zlatko Junuzovic war von der Team-Leistung der seit fast einem Jahr daheim ungeschlagenen Austria angetan. "Wir haben kämpferisch und spielerisch extrem überzeugt. Man hat gesehen, welch große Qualität in dieser Mannschaft steckt. Normalerweise hätten wir noch drei, vier Tore mehr schießen müssen", freute sich der 22-jährige offensive Mittelfeldspieler.
Die Austrianer kompensierten mit vorbildlicher Einstellung die Ausfälle der beiden torgefährlichsten Angreifer Rubin Okotie und Tomas Jun. Die Verletztenliste wurde vor dem Europa-League-Schlager am Donnerstag daheim gegen Werder Bremen noch einmal deutlich länger, denn Goalie Szabolcs Safar (Verletzung in der linken Schulter) und Aleksandar Dragovic (Muskelverhärtung im Oberschenkel) mussten vorzeitig ausgetauscht werden.
Elfmeter verschossen
Umso stolzer war Austria-Trainer Karl Daxbacher auf den Sieg, durch den die Violetten mit Salzburg gleichgezogen haben (jeweils 23 Punkte nach 11 Spielen). "In dieser Saison habe ich meine Mannschaft noch nicht so selbstbewusst und aggressiv gesehen." Die Austria konnte es sich sogar leisten, einen Elfmeter zu verschießen. Nach Foul von Nikola Pokrivac, der Gelb-Rot sah, an Julian Baumgartlinger hätte eigentlich Milenko Acimovic antreten sollen.
Der Slowene lehnte jedoch nach seinem gegen Nacional Funchal vergebenen Strafstoß dankend ab und schob die Verantwortung an Mamadou Diabang ab. Der Senegalese scheiterte an Eddie Gustafsson (64.). Dennoch glückte die Generalprobe für das nächste Topspiel gegen Werder, in dem man unter Siegzwang steht, um die Aufstiegschance zu wahren. "Jeder Erfolg gibt Selbstvertrauen. Bremen ist sicher noch eine Stufe höher zu stellen als Salzburg. Aber wenn wir wieder so aggressiv und selbstbewusst spielen, dann ist auch gegen Bremen etwas möglich", sagte Daxbacher.
Länderspielpause nicht gut getan
Salzburg-Coach Huub Stevens, der jahrelang in der deutschen Bundesliga als Trainer gearbeitet hat, glaubt an die Chance der Austria gegen die Bremer. "Wenn die Austria so spielt wie gegen uns, dann haben sie sicher eine Chance. Die Austria muss selbstbewusst auftreten." Über die Darbietung seiner Truppe im Horr-Stadion war Stevens enttäuscht. "Offensichtlich hat uns die Länderspielpause nicht gut getan. Einige Spieler waren mit den Gedanken anscheinend noch irgendwo anders", erklärte der Niederländer nach der ersten Niederlage seit 25. August (0:3 in Tel Aviv gegen Maccabi Haifa).
Sorgen bereitet Stevens auch Stürmer Marc Janko, der wie sein ÖFB-Teamkollege Dragovic mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel zur Pause passen musste. Stevens ortete den Grund für die Pleite in der Anfangsphase, in der der Austria dann auch durch Junuzovic (20.) der entscheidende Treffer gelang. "Wenn man die ersten 20 Minuten so verschläft, dann baut man den Gegner auf und hat den Sieg auch nicht verdient. Dann kann man das Spiel nicht mehr drehen, weil man den Gegner stark gemacht hat", meinte Stevens, der vor dem Europa-League-Heimspiel am Donnerstag gegen Lewski Sofia noch viel zu tun hat. "Wir müssen viel arbeiten, in allen Bereichen."




















