Fußball mit leerem Magen - Ramadan als Härtetest
Vor rund einem Jahr war bei Mamadou Diabang ein markanter Leistungsabfall feststellbar, und das nicht nur aufgrund einer fast gänzlich fehlenden Vorbereitung.

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Der Stürmer des österreichischen Fußball-Bundesligisten FK Austria Wien hatte auch deswegen mit körperlichen Problemen zu kämpfen, weil er sich genau an die Vorgaben des diesmal voraussichtlich am kommenden Samstag endenden muslimischen Fastenmonats Ramadan hielt - das bedeutet unter anderem kein Essen und Trinken von Sonnenauf- bis -Sonnenuntergang.
Der geschwächte Senegalese kam in dieser Phase für die Kampfmannschaft der Austria nicht infrage und wurde kurzfristig sogar zu den Amateuren abgeschoben. Dieses Schicksal wollte sich der streng gläubige Muslim, der wie vorgeschrieben fünfmal täglich gen Mekka betet, in diesem Jahr ersparen. Der 30-Jährige setzte mit dem Fasten aus und spendete dafür an wohltätige Organisationen.
Mit Gewissen vereinbaren
Den gleichen Weg wählte auch sein Clubkollege Emin Sulimani. Nachdem er jahrelang den Ramadan streng eingehalten hatte, nahm er 2008 zumindest an intensiven Trainings- oder Spieltagen Nahrung zu sich. Heuer verzichtet er auf die Askese und spendet. "Ich musste es schon mit meinem Gewissen vereinbaren. Aber dadurch, dass ich jetzt die Form der Spende nutze, ist das für mich in Ordnung", erklärte Sulimani.
Muslimischen Profi-Sportlern steht ebenso wie etwa alten Menschen, Kindern oder schwangeren und stillenden Frauen noch eine weitere Möglichkeit offen, die Nahrungsaufnahme bei Tageslicht während des Ramadans erlaubt. Die Rapidler Yasin Pehlivan, Hamdi Salihi, Veli Kavlak, Muhammed Ildiz und Tanju Kayhan etwa essen und trinken wie im restlichen Jahr, wollen dafür aber die versäumten Tage nach Karriereende nachfasten.
Keinen Aufschub gönnen sich jedoch die tunesischen Salzburg-Kicker Anis Boussaidi und Mejdi Traoui. Beide halten sich an das Fastengebot und bekamen auch den Segen der Clubführung, zumindest teilweise das Training dosieren zu dürfen. Das Duo absolvierte in dieser Saison allerdings noch kein einziges Pflichtspiel für die Mozartstädter und wurde auch nicht für den Europa-League-Kader genannt.
Ausnahmen
Ein Fixleiberl bei den "Bullen" hat Ibrahim Sekagya, der nach eigenen Angaben den Ramadan so weit wie möglich einhält. Doch der Innenverteidiger aus Uganda macht Ausnahmen nach harten Trainingseinheiten oder an Spieltagen. Im Gegensatz dazu hält sich bei Sturm Graz, dem vierten österreichischen Europa-League-Starter, der Bosnier Samir Muratovic nicht an das Fastengebot.
Muhammed Akagündüz hingegen nimmt den Ramadan äußerst ernst. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass der Ex-Teamspieler vor vier Jahren in einigen Champions-League-Partien von Rapid nicht zum Einsatz kam, was aber auch in Absprache mit dem damaligen Trainer Josef Hickersberger geschah. Der Ex-Teamchef hatte schon davor in seiner Zeit im arabischen Raum reichlich Erfahrung mit muslimischen Kickern gesammelt.
Etwa weniger Verständnis zeigte in diesem Zusammenhang Jose Mourinho, Star-Trainer des italienischen Meisters Inter Mailand. In der Auftaktrunde der Serie A am 23. August gegen Bari nahm der Portugiese seinen Mittelfeldspieler Sulley Muntari bereits in der ersten Hälfte vom Platz. Völlig entkräftet und dehydriert sei der Ghanaer gewesen, der Ramadan komme für Fußballer eben zum falschen Zeitpunkt, meinte Mourinho.
Einige Muslime protestieren. "Es ist nicht gesagt, dass ein Ramadan praktizierender Fußballer weniger leistet", meint der Präsident der islamischen Gemeinden und Organisationen in Italien, Mohamed Nour Dachan. "Jeder Gläubige - gleich welcher Religion - wird mental gelassener und leistungsfähiger sein."















