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Zuletzt aktualisiert: 28.08.2009 um 11:14 UhrKommentare

Rapid mit schönster Niederlage in Europa-League-Gruppenphase

Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid hat mit einer Niederlage Europacup-Geschichte geschrieben.

Foto © GEPA

Dank des 1:2 am Donnerstag auswärts gegen Aston Villa zogen die Hütteldorfer in die Gruppenphase der Europa League ein und schafften damit das Kunststück, als erste österreichische Mannschaft ein englisches Team aus einem internationalen Bewerb zu werfen.

Noch knapp eine halbe Stunde nach dem Abpfiff feierten die Rapid-Kicker auf dem Rasen des Villa Parks mit den rund 1.400 mitgereisten Fans, während Trainer Peter Pacult von "wahrscheinlich einer der schönsten Niederlagen, die Rapid je erlitten hat" sprach. Der Wiener hob auch den Umstand hervor, dass das Weiterkommen kein Zufallsprodukt gewesen sei. "Der Aufstieg war nicht unverdient."

Große Emotionen

Unmittelbar nach dem Ende fielen Steffen Hofmann und Co. einander in die Arme, Pacult hingegen trat schnurstracks einen Sprint in die Stadionkatakomben an. "Die Emotionen waren riesengroß, da wollte ich so schnell wie möglich in die Kabine, um wieder runterzukommen", erklärte der 49-Jährige, dessen Club durch die Gruppenphase-Teilnahme rund eine Million Euro zusätzlich verdienen dürfte.

Für Pacult war der Aufstieg auch ein Triumph in eigener Sache. "Das ist für mich mit der größte Tag bei Rapid, denn es kommen persönliche Umstände dazu", erklärte der Meistermacher von 2008. In diesem Zusammenhang erinnerte der Coach an die Kritik an seiner Person nach der Trennung von seinen Betreuerstab-Kollegen Zoran Barisic und Peter Zajicek und angesichts der Stadion-Schmierereien daran, dass "diverse Schmutzfinke damals genug geschrieben haben".

Auch deshalb verspürte Pacult in der Stunde des Erfolgs große Genugtuung. "Ich habe die Mannschaft zur Meisterschaft und jetzt in eine Europacup-Gruppenphase geführt, das haben in Österreich noch nicht viele Trainer geschafft. Und das, obwohl der Verein innerhalb von 13 Monaten zwei wichtige Spieler (Anm.: Ümit Korkmaz und Erwin Hoffer) verkauft hat."Beide Abgänge konnte Rapid aus dem eigenen Nachwuchs nachbesetzen, und so standen mit Christopher Drazan, Christopher Trimmel und Yasin Pehlivan gleich drei Spieler auf dem Platz, die vor einem Jahr noch für die grün-weißen Amateure im Einsatz waren. "Ich muss den jungen Spielern ein Lob zollen, wie sie hier bestanden haben", sagte Pacult.

Der Trainer vergaß aber auch nicht auf ein Pauschallob. "Kompliment an die ganze Mannschaft. Dass man gegen einen Premier-League-Club so besteht, kann man sich nur wünschen. Uns ist sicher entgegengekommen, dass wir besser im Rhythmus sind, aber an dem Erfolg gibt's nichts zu schmälern. Es gehört Klasse dazu, einen englischen Verein auszuschalten, und die haben wir bewiesen", betonte Pacult.

Chancen ausgelassen

Erfolgsgarant gegen Aston Villa war Nikica Jelavic, der gegen die Engländer sowohl im Hin- als auch im Rückspiel als Torschütze in Erscheinung trat. "Es ist schon etwas Besonderes, gegen einen solchen Verein zu treffen, aber eigentlich ist es egal, wer die Tore macht", zitierte der Kroate, der zwei weitere hochkarätige Chancen ausließ, eine klassische Fußballer-Phrase.

Noch in der Vorsaison stand Jelavic im Schatten des Sturmduos Maierhofer/Hoffer, mittlerweile avancierte er zu Rapids Angreifer Nummer eins. "Wenn zwei Stürmer so wie Hoffer und Maierhofer über 50 Tore in der Saison schießen, ist es klar, dass man nicht spielt. Aber durch den Wechsel von Hoffer hat sich eine Chance für mich aufgetan, und die habe ich genützt", sagte der Goalgetter, der sich zu seinem Geburtstag mit dem entscheidenden Auswärtstreffer selbst beschenkte und damit auch die 1.400 mitgereisten Rapid-Fans in Verzückung versetzte.

Der grün-weiße Anhang übertönte über weite Strecken die restlichen gut 20.000 Zuschauer im Villa Park, was selbst hartgesottenen Fans der "Villians" Respekt abrang und auch Pacult schwärmen ließ. "Ich muss mich bei unseren Fans bedanken, sie haben uns über 90 Minuten getragen", sagte der Trainer und Kapitän Steffen Hofmann fügte hinzu: "Wir haben schon beim Aufwärmen gemerkt, dass wir hier ein Heimspiel und kein Auswärtsspiel haben."

Der Deutsche wurde so wie seine Kollegen von einigen hundert wartenden Fans am Flughafen Schwechat gefeiert. Um vier Uhr früh stand dabei besonders Jelavic im Mittelpunkt, der von den Anhängern auf den Schultern durch die Halle getragen wurde.


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