Deutschlands U21-EM-Helden feierten lange Nacht von Malmö
Jubel gab es auch bei Löw und Zwanziger. Nicht-Raucher Hrubesch gönnte sich eine Zigarette.

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Vor der langen Party-Nacht von Malmö sprach der Präsident große Worte, ehe die deutschen U21-Europameister nach ihrem 4:0-Final-Triumph gegen England bis in die Morgenstunden ihren historischen Sieg ausgelassen feierten. Noch gegen 5.30 Uhr zogen die Jungstars singend durch die Straßen. "Das ist ein großer Tag für den deutschen Fußball. Ihr habt etwas erreicht, was es noch nie gegeben hat", sagte DFB-Chef Theo Zwanziger auf dem Bankett in der Innenstadt Malmös.
Auftrieb. Auch Joachim Löw freute sich über den einmaligen Erfolg der Junioren mit dem dritten deutschen Nachwuchs-EM-Titel binnen elf Monaten. "Das gibt dem gesamten Fußball Auftrieb. Dieses Selbstbewusstsein wird uns für die nächsten Jahre helfen", meinte der früher für Wacker Innsbruck und Austria Wien tätig gewesene Bundestrainer.
Vorstellung. Noch bevor der DFB-Präsident das Mikrofon ergriff, erinnerten die jungen Sieger ihren Chef an die 12.000-Euro-Titel-Prämie. "Theo, pack die Scheine aus!", rief die Truppe, und der Verbandschef versprach: "Die Kohle wird's geben, der DFB ist noch flüssig." Auch die Deutsche Fußball Liga beglückwünschte für die "beeindruckende Vorstellung" Trainer Hrubesch und Co. Im Schnitt 8,24 Millionen TV-Zuschauer (30,8 Prozent Marktanteil) waren im ZDF Augenzeugen der Werbeveranstaltung durch die DFB-Youngster.
Entwicklung. Als die frisch gekürten Sieger nach mehr als fünfwöchiger Zusammenarbeit vom gemeinsamen Mitternachtsmahl aufbrachen, um den Titel im kleinen Kreis zu bejubeln, sinnierte der Bundestrainer bereits über die Zukunft der "Goldenen Generation". "Für diese Spieler war das Turnier viel wertvoller, als die Reise mit der Nationalmannschaft nach Asien mitzumachen. Aber die jungen Leute brauchen natürlich noch die Entwicklung", befand Löw. Den Sprung ins A-Team stellte er mehreren Jungstars dennoch in Aussicht. "Sicherlich können einige auf den Zug aufspringen." Löw betonte aber, dass eine A-WM eine andere Intensität habe. Dennoch dürfen sich Profis wie Manuel Neuer, Mesut Özil, Sami Khedira sowie die Innenverteidiger Benedikt Höwedes und Jerome Boateng berechtigte Hoffnungen auf den Karrieresprung machen.
Zigarette. Der Vater des Erfolges genoss den Triumph wie einst Franz Beckenbauer nach dem WM-Sieg 1990 in Rom zunächst still, ruhig und zurückgezogen. In einer abgelegenen Ecke des New Stadium Malmö gönnte sich Horst Hrubesch eine Zigarette - obwohl er mit dem Rauchen eigentlich aufgehört hat. Seine Schützlinge haben ihn in seiner nur sieben Monate dauernden Amtszeit richtig ins Herz geschlossen. "Er war für uns nicht nur Trainer, sondern auch Freund. So etwas habe ich noch nie erlebt, er hat das super gemacht, obwohl es für ihn auch nicht einfach war in dieser kurzen Zeit", befand Neuer. Er habe vor allem die Spieler aus dem zweiten Glied stark gemacht. "Da war nie einer sauer. Und heute haben sie super eingeschlagen", sagte der Torhüter.
Kurzeinsatz. Hrubesch, der zuvor das ganze Turnier über stur an einer Taktik festhielt, hatte gegen die Engländer mit neuem System überrascht, in Stürmer Sandro Wagner und dem lange verletzten Mats Hummels zwei neue Spieler eingebaut und vom 4-4-2 auf ein 4-1-4-1 umgestellt. Der Duisburger Mittelstürmer Wagner dankte es mit zwei Toren, BVB-Profi Hummels, der nach seinem Kurzeinsatz im Halbfinale sein erstes Fußballspiel in diesem Jahr absolvierte, zeigte eine überragende Leistung als defensiver Mittelfeldakteur vor der Abwehr.
Respekt. Der Matchwinner im deutschen Team war jedoch Özil, dem auch Löw geniale Fähigkeiten zusprach. Der junge Bremer leitete das 1:0 von Gonzalo Castro ein, erzielte das 2:0 per Freistoß selbst und leistete noch die Vorarbeit zum 3:0 durch Wagner, der auch noch den Schlusspunkt setzte. Vom schwedischen Publikum bedankten sich die Deutschen mit einem Spruchband (Tack sa mycket Sverige - Vielen Dank Schweden). Zudem zollte die Mannschaft den Gastgebern ihren Respekt, indem sie vor dem Finale mit blau-gelben Shirts zum Aufwärmen einlief.




















