Vuvuzelas: Südafrika bläst zum Angriff
Der Lärm der Vuvuzelas ist sogar im Fernsehen zu hören. Jetzt reagieren die Gastgeber auf die Kritik an den lauten Trompeten.

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Wer vom Confederations Cup in Südafrika ein Spiel im Fernsehen mitverfolgt hat, der sei an dieser Stelle beruhigt: Ihr Fernseher ist nicht kaputt. Das Gebrumme, das jenem eines Bienenschwarms ähnelt, kommt nämlich live aus dem Stadion - und zwar von den tausenden Plastik-Trompeten, den so genannten Vuvuzelas, mit denen die Fans in Südafrika ihre Mannschaft unterstützen. "Der Affe wird durch viel Krach erlegt", heißt es in einem alten afrikanischen Sprichwort. Aus diesem Grund geht es in den Stadien des WM-Veranstalters von 2010 dementsprechend laut zu, um den Gegner zu erschrecken.
Atmosphäre. Tagtäglich sorgen die Vuvuzelas, deren Klang dem Trompeten eines Elefanten ähnelt, während der "Mini-WM" für Gesprächsstoff. Spaniens Mittelfeldspieler Xabi Alonso forderte nach dem knappen 1:0-Sieg gegen den Irak sogar ein Verbot der Vuvuzelas. "Sie sind ein Ärgernis und tragen nichts zur Atmosphäre bei." Auch der Brasilianer Robinho, der aus seiner Heimat doch einen gewissen Lärmpegel gewohnt sein dürfte, schimpfte auf die Vuvuzelas. "Das Getöse erschwert die Kommunikation auf dem Platz ganz, ganz arg. Manchmal können wir Teamchef Carlos Dunga nicht verstehen, manchmal nicht einmal die Mitspieler."
Kein Verbot. Angesichts der zahlreichen Reaktionen war auch Fifa-Boss Sepp Blatter zu einer Reaktion gezwungen. "Sie machen ziemlich viel Lärm und die Fifa ist durchaus besorgt darüber." Er räumte aber auch ein: "Wenn man nach Afrika geht, ist es eben laut. Ich habe immer gesagt: Fußball ist Trommeln, Rhythmus, Tanzen." Ein Verbot der Vuvuzelas, die fester Bestandteil der südafrikanischen Fußball-Folklore sind, werde es laut Blatter bei der WM in einem Jahr nicht geben.
Meinung. Aber auch so sind die Südafrikaner schon verärgert genug über die ihrer Meinung nach arrogante Kritik an den Vuvuzelas. "Vielleicht haben es die Europäer noch nicht gemerkt, dass sie nicht mehr unsere Kolonialherren sind", polterte der Journalist Mninawa Ntloko von der Zeitung "The Weekend".
Beobachter. Dabei hätten die Verantwortlichen längst gewarnt sein müssen. Denn schon bei der WM-Vergabe 2004 in Zürich hatte der ehemalige Staatspräsident Nelson Mandela hunderte Vuvuzelas im Gepäck. "Aber nein, da waren die Beobachter zu beschäftigt beim Versuch, Südafrika bei der Fifa zu diskreditieren", ärgert sich Ntloko weiter.
Instrumente. Ganz anders sieht Carina Wolmarans, Vorsitzende des südafrikanischen Verbandes der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte, die Sache. Sie warnte nämlich eindringlich vor Gehörschäden durch die lauten Instrumente: "Während sich Kinder davon noch erholen können, könnten Erwachsene dazu nicht mehr in der Lage sein, oder viel mehr Zeit dafür benötigen."
Features
Vuvuzela
Das Blasinstrument hat meist die Länge eines Unterarms. Der Name könnte vom Klang "vuvu" kommen. Sie kostet in Südafrika rund 2,50 Euro.



















