Ein WM-Ticket für den "geliebten Führer"
Zum zweiten Mal nach 1966 qualifizierte sich Nordkorea für eine Fußball-Weltmeisterschaft. Ein Lichtblick in einem von Krisen geschüttelten Land.

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Politisch gilt Nordkorea als völlig isoliert, sportlich hat sich das stalinistische Regime am Mittwochabend auf die Weltbühne des Fußballs zurückbefördert. Ein 0:0 in der Qualifikation gegen Saudi-Arabien reichte der nordkoreanischen Nationalmannschaft, um sich zum zweiten Mal nach 1966 für eine Fußball-Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Gruppengegner Iran musste hingegen seine Hoffnungen auf eine Teilnahme 2010 in Südafrika begraben.
Gesichtspunkt. Der Erfolg könnte für das Regime in Pjöngjang zu keinem besseren Zeitpunkt kommen. Zuletzt galten gute Nachrichten im nordkoreanischen Alltag eher als Mangelware. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch der Jubel der kampfstarken Fußballer nach dem Schlusspfiff zu sehen, die im nördlichen Staat der koreanischen Halbinsel bereits als "Helden des Volkes" verehrt werden. Auch die Gunst des "geliebten Führers" Kim Jong-Il. ist der Mannschaft sicher. Zumindest vorerst.
Gründer. Rückblende zur WM 1966 in England. Die nordkoreanische Mannschaft bezwingt im Gruppenduell sensationell Italien mit 1:0 und steht damit als erstes asiatisches Team im Viertelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Nordkoreas Gründer Kim Il-Sung lässt die Staatspresse jubeln und übermittelt Glückwünsche.
Massen. Es folgt eine 3:5-Niederlage im Viertelfinale gegen Portugal. Die Nordkoreaner führen bis zur 22. Minute 3:0, Gerüchte von alkoholgeschwängerten Feierlichkeiten der Asiaten mit Prostituierten vor der Partie machen nach dem Spiel die Runde. Die Mannschaft wird bei ihrer Rückkehr nach Nordkorea dennoch begeistert von dem Massen empfangen - so will es der Staatsapparat. Doch nach einem Jahr wird als Grund für die Niederlage gegen Portugal plötzlich "ideologisches Versagen" genannt. Jahre im Arbeitslager sollen die Kicker "korrigieren". Erst Jahre danach werden die Spieler begnadigt.
Stillstand. "Als wir Italien geschlagen haben, da wussten wir, unser Führer wird zufrieden sein", erinnert sich Torschütze Pak Doo-Ik heute. Insofern hat sich in dem Land, in dem der Stillstand Staatsdoktrin ist, bis heute auch sportlich nichts geändert.






















