Prödl nach DFB-Cup-Sieg mit Werder "einfach glücklich"
Der Steirer zog eine positive Saisonbilanz. Auch Sportdirektor Allofs spricht von einer "sehr guten Saison".

Foto © ReutersVersöhnliches Saisonende für Werder Bremen
Sebastian Prödl hat mit Werder Bremen doch noch einen erfolgreichen Saisonabschluss geschafft. Die Hanseaten, die in der Meisterschaft nur Rang zehn belegten und im UEFA-Cup-Finale an Schachtjor Donezk scheiterten, sicherten sich am Samstag mit einem 1:0-Sieg im Berliner Olympiastadion gegen Bayer Leverkusen den deutschen Fußball-Cup. "Es ist ein wunderschönes Gefühl, ich bin einfach glücklich", erklärte der ÖFB-Internationale, der in der Innenverteidigung durchgespielt hatte.
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Sebastian PrödlFoto © APA
In der Europa League.
Durch den Erfolg sicherte sich Bremen auch die Teilnahme an der
Europa League. "Das war unser großes Ziel", betonte Prödl nach einer
intensiv geführten Partie, in der er in der 6. Minute mit einem
Kopfball an Bayer-Goalie Adler scheiterte. "Unser Sieg war verdient.
Leverkusen hatte zwar auch Torchancen, aber wir hatten Übergewicht.
Heute hat man gesehen, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt
und dass wir nach Niederschlägen wieder aufstehen können."
33 Spiele.
55 Pflichtspiele absolvierte Werder in diesem Spieljahr, in 33
davon stand Prödl, dessen Clubkollege Martin Harnik im Cup-Finale so
wie im UEFA-Cup-Endspiel nicht eingesetzt wurde, auf dem Platz. "Es
war eine sehr anstrengende Saison, vor allem auch deswegen, weil wir
uns in der Bundesliga eher schleppend bewegt haben. Es war eine Berg-
und Talfahrt, aber Gott sei Dank hat sie mit einem Pokal geendet."
Positive Bilanz.
Für sich selbst zog der 21-Jährige zufrieden Bilanz. "Das
persönliche Fazit ist positiv. Zwischenzeitlich ist es auf- und
abgegangen, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden." Nach dem
Schlusspfiff feierte Prödl im Stadion noch kurz mit seiner eigens
angereisten Familie, danach ging es zur Siegesparty mit den
Mitspielern. "Ich werde jetzt einmal die Feier genießen", sagte der
Ex-Sturm-Graz-Kicker nach dem Schlusspfiff. "Aber ich weiß auch, dass
nächste Woche ein wichtiges Spiel ansteht und dass ich mich sehr gut
vorbereiten werde", sagte Prödl in der Berliner Mixed-Zone im
Hinblick auf das WM-Quali-Match am Samstag in Belgrad gegen Serbien.
Freude pur.
Davor hatten Prödl und Kollegen den biergetränkten Trainer Thomas
Schaaf durch die Luft fliegen und Manager Klaus Allofs im
Entmüdungsbecken landen lassen. Allofs schlurfte in Badeschlapfen
durch die Katakomben des Berliner Olympiastadions und sagte nach dem
unfreiwilligen Bad: "Bis heute war es eine gute Saison, jetzt ist es
eine sehr gute. Mit zwei Finalteilnahmen ist es keine verkorkste
Saison", erklärte Allofs die Werder-Sichtweise.
"Toll".
Mit Verweis auf die verrückten Derbywochen gegen den Hamburger SV
und das verlorene UEFA-Cup-Endspiel in Istanbul sagte der Clubchef:
"Wenn man so schwere Wochen hinter sich hat wie wir und dann im
letzten Spiel noch mal derart die Kräfte mobilisiert, dann ist das
toll."
Zusatzeinnahmen.
Mit den Zusatzeinnahmen von 3,5 Millionen Euro durch den Cup-Sieg
und dem Einzug ins internationale Geschäft sieht die Werder-Zukunft
nach der Ära des Superstars Diego wieder ein bisschen freundlicher
aus. Für den künftigen Juventus-Spieler waren es "die emotionalsten
90 Minuten meines Lebens" und am Ende doch noch der ersehnte Titel
nach drei Jahren in Bremen.
Verabschiedet.
Beim Bankett nach Mitternacht wurde Diego ebenso wie Kapitän Frank
Baumann verabschiedet. Nach der Pool-Party war dies der gediegene
Teil der Bremer Feierlichkeiten. Die eigentliche Party gab es für die
Spieler allerdings in einer Diskothek am Kurfürstendamm, ehe sie am
Sonntagmorgen von Gleis 13 mit einem Sonderzug nach Bremen fuhren.
Dort erwarteten sie ein Autokorso, der Eintrag ins goldene Buch und
Zehntausende von Fans vor dem Rathaus.
Features
DFB-Cup-Finale
Werder Bremen - Bayer Leverkusen
1:0
Sebastian
Prödl spielte durch, Martin Harnik saß auf der Bank.
Fotoserie
ÖFB-Spieler als DFB-Cup-Sieger
- 2009: Sebastian Prödl mit Werder Bremen
- 1999: Andreas Herzog mit Werder Bremen
- 1997: Franz Wohlfahrt mit VfB Stuttgart
- 1994: Andreas Herzog mit Werder Bremen
- 1981: Bruno Pezzey mit Eintracht Frankfurt
- 1969: Gustl Starek, Peter Pumm mit Bayern München





















