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Zuletzt aktualisiert: 03.03.2009 um 16:49 UhrKommentare

Prohaska macht sich für Herzog stark

Kapitän Ivanschitz zeigt sich von der plötzlichen Brückner-Trennung nicht überrascht, Herbert Prohaska schon. Der Ex-Teamchef macht dem ÖFB einen Vorwurf: "Tscheche hat nicht unsere Sprache beherrscht".

"Schneckerl Prohaska:

Foto © GEPA"Schneckerl Prohaska:

Die plötzliche Trennung des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) von Teamchef Karel Brückner hat auch Herbert Prohaska überrascht. "Wenn, so hätte ich erst nach dem Rumänien-Länderspiel damit gerechnet. Andererseits war für mich klar, dass nach dem Rücktritt von Präsident Friedrich Stichler der Tscheche nicht bis zu seinem Vertragende bleiben würde", sagte der 53-Jährige am Dienstag im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Keine Ratschläge. Der Ex-Teamchef möchte im Nachfolgespiel dem neuen ÖFB-Chef Leo Windthner keine Ratschläge erteilten. Alle Genannten wie Didi Constantini, Andreas Herzog, Peter Pacult, Frenkie Schinkels, Franco Foda usw. würden der Aufgabe gewachsen sein. Seiner Meinung nach wird es eine Lösung mit einem Trainer geben, der derzeit nicht unter Vertrag steht. Es wäre nicht gut, würde der ÖFB eine Abfertigung zahlen.

"Herzog hätte das Zeug". Die Austria-Ikone verhehlte aber nicht, dass es ihm um Herzog leidtue. "Er hätte das Zeug dafür, den Respekt der Mannschaft und er hätte es sich verdient. Er kann das zu 100 Prozent", meinte Prohaska. Herzog sei mit 40 Jahren kein Buberl mehr. Dass er noch keine Mannschaft als Cheftrainer gehabt hat, dürfe laut "Schneckerl" kein Kriterium sein. Der Rekordteamspieler spreche die Sprache der Spieler, habe als Assistent drei Jahre Erfahrung gesammelt und unter guten Trainern für den FC Bayern und SV Werder sowie "auch unter mir" gespielt.

Kein Comeback. Sich selbst nahm Prohaska gleich aus allen Spekulationen, er könnte als Teamchef die oberste Trainerfunktion im Land vielleicht neuerlich übernehmen. "Das will ich nicht mehr. Ich habe vor einigen Jahren für mich eine Entscheidung getroffen", sagte der ORF-Fernseh-Analytiker und Zeitungskolumnist im Gespräch mit der APA.

Duo an der Spitze. Prohaska könnte sich auch eine Duo an der ÖFB-Teamspitze mit Herzog und Constantini oder Herzog und Schinkels etc. vorstellen. "Das wäre Okay, da müssten dann die Kompetenzen abgestimmt werden und einer der Verantwortliche sein." Eine Doppelfunktion Club- und Teamtrainer sei hingegen keine gute Variante. "Vor allem dann nicht, wenn die Person im eigenen Land arbeitet." Der Niederländer Guss Hiddink ist derzeit als Teamchef des russischen Nationalteams und für Chelsea in England tätig.

"Qualität fehlt". Ob der neue Teamchef aus dem In- oder Ausland kommen sollte, ist für Prohaska nicht so entscheidend. "Egal, wer es letztlich wird, die Aufgabe wird für jeden schwer, weil es in unserer Mannschaft auch ein bisschen an Qualität feht. Aber ein neuer Mann gibt dem Team einen neuen Ruck, erzeugt eine Art Trainereffekt."

Kritik am ÖFB. Daher sei die Idee mit Brückner, der seine Erfolge gehabt habe, nach der EM bzw. Josef Hickersberger im Sommer 2008 auch Okay gewesen. "Den einzigen Vorwurf, den ich dem ÖFB mache, ist, dass der Tscheche unsere Sprache nicht beherrscht hat. Wenn die Spieler den Trainer nicht genau verstehen, wird es schwierig, ihr Respekt mit der Zeit immer weniger", meinte Prohaska aus seiner langen, auch internationalen Tätigkeit. Er warf dem Trainer-Legionär auch vor, sich viel zu selten bei Beobachtungen von Liga-Spielen in den Stadien hatte blicken lassen.

Ivanschitz nicht üebrrascht. Teamkapitän Andreas Ivanschitz hat sich unterdessen von der Ablöse von Teamchef Karel Brückner "wenig überrascht" gezeigt. Der 25-jährige Burgenländer suchte die Schuld für die zuletzt schwachen Leistungen der Nationalmannschaft aber nicht beim Trainer allein. "Vielmehr müssen wir Spieler, um zukünftig erfolgreich sein zu können, wieder als echte Mannschaft auftreten", forderte Ivanschitz in einer vom ÖFB verbreiteten Stellungnahme.


Herbert Prohaska

Österreichs "Fußballer des Jahrhunderts" war nach 1945 der erfolgreichste ÖFB-Teamchef. In seiner Amtszeit von Jänner 1993 bis März 1999 (51 Länderspiele, 25 Siege, neun Remis) führte er das Team 1998 zur WM nach Frankreich.

Foto

Foto © APA

Kapitän Andi IvanschitzFoto © APA

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