"Größenwahn": Bayerns Beckenbauer schießt sich auf Hoffenheim ein
Der Sensationsaufsteiger bliebt trotz Beckenbauer-Angriffs bescheiden: "Bayern sind uns um Jahrzehnte voraus".

Foto © GEPADer "Kaiser" greift Leader Hoffenheim an
Pünktlich zum Trainingsstart hat Bayern
Münchens Präsident Franz Beckenbauer eine neue Runde im verbalen
Schlagabtausch mit Herbstmeister 1899 Hoffenheim eingeläutet. "Bei
Hoffenheim verfolge ich mit Sorge den beginnenden Größenwahn",
stellte die deutsche Fußball-Legende in der "Bild"-Zeitung
(Freitag-Ausgabe) fest. "Einige Aussagen aus dem Club stehen im
völligen Gegensatz zur Person Dietmar Hopp, der in seiner
Bescheidenheit vorbildlich ist."
Hoffenheim unbeeindruckt.
Hoffenheim reagierte mit Verwunderung auf die Attacke, hat aber
kein Interesse an einer Fortsetzung. "Für das Jahr 2009 soll unser
Auftritt weiterhin von Respekt und Bescheidenheit geprägt sein.
Gerade im Bezug auf die Bayern wissen wir, dass wir uns mit ihnen
überhaupt nicht messen können. Sie sind uns um Jahrzehnte voraus",
sagte Manager Jan Schindelmeiser der Zeitung "Die Welt"
(Samstag-Ausgabe). Den Verbalangriff des "Kaisers" wollte er nicht
überbewerten: "Gerade Franz Beckenbauer hat sich in der Vergangenheit
immer ausgesprochen fair und respektvoll uns gegenüber geäußert. So
sollte es bleiben."
Stichelei.
Bei der Wahl zum "Sportler des Jahres" am 21. Dezember hatte
Schindelmeiser noch gestichelt: "Ich weiß, dass die Bayern gerne
Herbstmeister geworden wären. Wir widmen ihnen diesen Titel. Für uns
ist er nicht so wichtig." Auf Beckenbauers scharfe Reaktion gemünzt
meinte Schindelmeiser, wenn seine damalige Aussage den Eindruck
erweckt haben sollte, "wir wären größenwahnsinnig, kann ich mich
dafür nur entschuldigen. So war es nicht gemeint".
Rätselraten um Hoeneß-Nachfolge.
Sorgen machte sich Beckenbauer um die Nachfolge von Manager Uli
Hoeneß, der im November dieses Jahres an seiner Stelle Präsident und
Aufsichtsrats-Vorsitzender beim FC Bayern werden soll. "Einer allein
kann Uli noch nicht ersetzen. Er hat so viel Verantwortung
geschultert, dass man sie in Zukunft möglicherweise auf mehrere
Schultern verteilt", meinte Beckenbauer. Der Club will sich schon in
der Winterpause Gedanken machen, der immer wieder als Kandidat
gehandelte Ex-Kapitän Oliver Kahn steht aber vorerst nicht zur
Verfügung. "Also, was ich 2009 alles vorhabe - da ist es schwer
vorstellbar", sagte Kahn, der durch seinen Job als ZDF-Experte, ein
Fußball-Projekt in Asien und eine TV-Show ausgebucht ist.




















