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Zuletzt aktualisiert: 08.05.2009 um 16:01 UhrKommentare

Laßnitzthal vs. Luzern: Vom FC Logo-Klau zum "kleinen Bruder"

Ein kleiner Hobby-Klub aus Laßnitzthal "klaute" dem FC Luzern das Vereinslogo. Statt einer Klage gab es eine Vip-Einladung in die Schweiz und ein neues Emblem obendrein.

Die Homepage des FC Luzern - mit dem Vereinswappen links oben

Foto © http://www.fcl.ch/Die Homepage des FC Luzern - mit dem Vereinswappen links oben

So schnell kann es gehen. Im Oktober machte es sich der Hobby-Klub FC Laßnitzthal bei der Suche nach einem Logo leicht und retuschierte kurzerhand das Vereinsemblem des FC Luzern. Schwupp-Di Wupp war dank Photoshop ein Löwe aus dem Logo des Erstligisten entfernt, der Vereinsname und das Gründungsdatum geändert und die Hobby-Kicker hatten ein schmuckes Erkennungszeichen.

Luzern meldete sich. "Die Vereinsfarben und das Kürzel ,FCL' haben genau gepasst", sagt Daniel Andrä vom steirischen FCL. "Wir dachten nicht, dass es Konsequenzen geben wird." Da machten die Oststeirer aber die Rechnung ohne den FC Luzern. Fan Andreas Portmann entdeckte den Logo-Klau und der FC Luzern meldete sich in Laßnitzthal. Der Klau sorgte in der Schweiz für Aufsehen. Einer Luzerner Tageszeitung war der Diebstahl sogar eine Titelseite wert und im Schweizer TV tauchten die Steirer sogar in den Nachrichten auf.

Vip-Gast statt Knast. Dank des "Steirer-Schmähs" konnte eine Klage abgewendet werden und die Laßnitzthaler starteten einen Design-Bewerb für ein neues Sujet. Und da schloss sich der Kreis, denn als Sieger wurde ausgerechnet "Aufdecker" Andreas Portmann, ein Grafiker, auserkoren.

Freundschaftsspiel. In Folge wurden die Laßnitzthaler vom Verein sogar zu einem Spiel der Eidgenossen eingeladen. Anlässlich der Feier zum 20-jährigen Meisterjubiläum sollten die Laßnitzthaler ihr Logo präsentieren. 25 Mitglieder des "kleinen Bruders", wie der weiß-grüne FCL in Luzern mittlerweile genannt wird, machten sich auf den Weg.

"Wie Top-Stars". Was dann geschah, überstieg die Vorstellungen der Steirer. "Schon am Bahnhof wurden wir wie Helden empfangen. Jeder wollte ein Foto von uns machen. Wir wurden die ganze Zeit hofiert, wie Top-Stars", erzählt Andrä. Nach einer Stadionführung wurde es sportlich - für die Steirer nur passiv. Nach dem Legendenspiel marschierten die Laßnitzthaler vor rund 8000 Fans vor dem Ligaspiel gegen Aarau auf das Feld und präsentierten das neue Logo. Das Spiel ging mit 4:0 an den großen Bruder - der höchste Saisonsieg. "Jetzt gelten wir sogar als Glücksbringer und sind zu jedem Spiel eingeladen", sagt Andrä. Und eine brüderliche Parallele gibt es: Luzern errichtet eine neue Arena für 17.000 Zuseher, Laßnitzthal beginnt mit dem Bau eines Vereinshäuschens.

GEORG MICHL

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