Keine FIFA-Sperre Polens nach Kompromiss mit Regierung
FIFA-Präsident Blatter: "Wenn die Einigung am Dienstag umgesetzt wird, dann gibt es keine Sanktionen".

Foto © APADer Ball wird 2012 in Polen rollen
In letzter Minute haben Polens Regierung und
der nationale Fußballverband PZPN nach ihrem heftigen Streit eine
Einigung erzielt und damit drohende Sanktionen des Weltverbandes FIFA
abgewendet. Durch die Kompromisslösung hat Polen eine Suspendierung
vermieden, sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter am Montag. Wie die
FIFA in einer Presseerklärung mitteilte, soll der umstrittene
PZPN-Verwalter Robert Zawlocki schnellstmöglich wieder abberufen
werden.
Aussendung.
FIFA-Präsident Blatter teilte am Montagnachmittag in einer
Aussendung mit, dass mit Polen eine Einigung im Streit erzielt worden
sei. Weiters betonte der Schweizer, Polen habe keine Sperre zu
befürchten, wenn der übermittelte Kompromissvorschlag ab Dienstag in
Kraft tritt. "Wenn diese Einigung morgen umgesetzt wird, dann werden
wir keine Sanktionen verhängen", betonte Blatter.
"Positive Entwicklung".
Vor dem Ablauf des Ultimatums am Montag um 12.00 Uhr habe die FIFA
Schreiben der polnischen Regierung und des PZPN erhalten, die eine
"positive Entwicklung" andeuten. Damit steht auch der Austragung der
WM-Qualifikationsspiele Polen gegen Tschechien am Samstag und die
Slowakei am 15. Oktober nichts mehr im Wege. Die FIFA hatte wegen der
Einmischung der Regierung mit einer Suspendierung des Verbandes
gedroht.
Unabhängiger Wahlausschuss.
Gemäß der FIFA-Aussendung habe die polnische Regierung zugestimmt,
Verwalter Zawlocki von seiner Aufgabe zu entbinden. Ein unabhängiger
Wahlausschuss bestehend aus Vertretern der Regierung, der FIFA sowie
der UEFA soll die künftige Wahl der Verbandsspitze überwachen. "Die
FIFA wird weiter die Situation im polnischen Verband und die
Umsetzung der Maßnahmen der Roadmap überwachen", hieß es.
Hintergrund.
Zawlocki war am vergangenen Montag eingesetzt worden, gleichzeitig
wurde die alte PZPN-Führung mit Präsident Michal Listkiewicz an der
Spitze suspendiert. Sportminister Miroslaw Drzewiecki hatte das
radikale Vorgehen mit rechtswidriger Tätigkeit und fehlender
Bereitschaft des Verbandes zur Bekämpfung der Korruption begründet.
FIFA und UEFA lehnten diese Maßnahmen jedoch als einen Eingriff der
Regierung in die Autonomie des nationalen Verbandes ab. Die UEFA
drohte zugleich mit dem Entzug der EURO 2012, die Polen mit der
Ukraine ausrichten soll.
Features
Fakten
Das von Joseph Blatter bestimmte Ultimatum endet am heutigen Montag um 12 Uhr Mittags.




















