Skandalöse Trainingsbedingungen für SKA-Kärnten-Jugend
Die skandalösen Trainingsbedingungen für den Nachwuchs von Austria Kärnten schreien zum Himmel.

Foto © GEPAHilferuf von Frenkie Schinkels
Klagenfurt hat ein neues, teures und schönes EM-Stadion - aber sonst nichts. Austria Kärnten muss in Moosburg trainieren, die Akteure der zum Oberhaus-Klub gehörenden Fußball-Akademie und der eigene Nachwuchs brauchen viel Geduld und Sitzfleisch. Ehe die Jungen zum Trainieren kommen, müssen sie zu den verschiedenen, über Klagenfurt hinaus verstreuten Sportplätzen gondeln. Neun Standorte gilt es anzupeilen. Wo es zum Teil weder Kabinen noch Licht gibt. Abgesehen davon, dass enorm viel Zeit und Energie draufgeht. Neidvoll blickt Helmut König, der Klagenfurter Akademie-Leiter, nach Mattersburg: In der 6000-Einwohner-Gemeinde entsteht ein Trainingszentrum für den Nachwuchs mit vier Rasen- und zwei Kunstrasenplätzen. "Und wir haben jetzt weniger Trainingsmöglichkeiten als vor der EM", klagt König.
Hilferuf. Frenkie Schinkels hatte nach dem 2:0 der Klagenfurter in Kapfenberg einen Hilferuf gegen die skandalösen Trainingsbedingungen seiner Jungs, wie er es formulierte, abgesetzt. Der Sportdirektor, normalerweise die Freundlichkeit in Person, verweigerte zum Spielausgang jeglichen Kommentar. Er könne sich über den Sieg nicht freuen, wenn er daran denke, dass die Nachwuchsmannschaften nicht wissen, wo sie üben sollen, merkte er an.
Fußball-Himmel. Dabei hatten die Politiker als Folge der EM für Klagenfurt einen Fußball-Himmel auf Erden gezeichnet: ein wunderschönes Stadion, rundherum Trainingsplätze, dazu ein Neubau für die Akademie. Kurzum: ein Fußballzentrum zum Herzeigen sozusagen. Damit die 70 Millionen auch eine Investition für die Zukunft sind. Nur: Seitdem sich Bürgermeister Harald Scheucher und seine Politikerkollegen bei der EM im Scheinwerferlicht der TV-Kameras sonnen durften, sind einige Monate ins Land gezogen. Nichts tut sich rund ums Stadion. "Wir, Verantwortliche, Trainer, Spieler und Eltern sind alle sehr frustriert", beschreibt König den Gemütszustand der Beteiligten.
Peanuts. Nach dem Traum von einer alle Stückerln spielenden Trainingsanlage sind alle aufgewacht. Das Konzept mit den Trainingsplätzen gibt es nach wie vor und auch das dafür notwendige Geld ist im Budget vorgesehen. Dabei sind die Kosten Peanuts im Vergleich dazu, was die Hypo Group Arena gekostet hat.
Warum? Die Frage, warum nichts weiter geht, will keiner beantworten. Der schwarze Peter wird hin und her geschoben: von der Sportpark-Leitung ins Rathaus und dann wieder zur Landesregierung. "Entscheiden muss die Politik", wäscht der von Scheucher eingesetzte Sportpark-Boss Manfred Pock seine Hände in Unschuld. Auch in Klagenfurt wird bald gewählt. Die Hoffnungen, dass endlich etwas passiert, kristallisieren sich deshalb auf Bürgermeister Scheucher. Von einem Stadtoberhaupt erwartet man sich schließlich Entscheidungsfreude. Denn Peter Steinkeller, der neue Sportreferent der Stadt, hält sich vornehm zurück. Die großen Stücke für den Sport hat der Jandl-Nachfolger bislang (leider) noch nicht abgeliefert.




















