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Zuletzt aktualisiert: 18.08.2008 um 11:17 UhrKommentare

Lippi gibt gegen Österreich Teamchef-Comeback

Taktik-Genie, Perfektionist, Volksheld - Marcello Lippi ist als Boss des italienischen Teams zurückgekehrt und gibt gegen Österreich sein "Debüt".

Marcello Lippi

Foto © APAMarcello Lippi

Im Testspiel zwischen Italien und Österreich am Mittwoch in Nizza kommt es zu einem doppelten Teamchef-Einstand. Während Karel Brückner erstmals auf der ÖFB-Trainerbank Platz nimmt, gibt Marcello Lippi sein Comeback als Nationalcoach des regierenden Weltmeisters. Der 60-Jährige, der nach dem WM-Triumph 2006 den Hut nahm, trat die Nachfolge des nach dem Viertelfinal-Out bei der EURO 2008 entlassenen Roberto Donadoni an.

Denkmal. Mit dem Titelgewinn in Deutschland vor zwei Jahren hat sich Lippi in seiner Heimat ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt. "Das ist das Allergrößte, das übertrifft alle meine anderen Titel bei weitem - und ich hatte ja vorher immerhin schon mit Juventus die Champions League gewonnen", hatte der Toskaner nach dem Elferkrimi betont, in dem sich seine "Squadra" 5:3 gegen Frankreich durchsetzte. Lippi hatte sich aber schon vor der erfolgreichen Endrunde in Deutschland einen Namen gemacht. Keine andere Equipe prägte das Bild der Serie A Mitte der 1990er Jahre so sehr wie der von Lippi betreute Rekordmeister Juventus Turin.

Taktik-Genie. Dem Taktik-Genie mit seinen unerbittlichen Trainingsmethoden war niemand gewachsen. Lippi entging nichts, er trieb sein Team ohne Rücksicht auf Verluste an. Fabrizio Ravanelli beispielsweise, ein an sich nicht übermäßig talentierter Stürmer, verdoppelte seine Torausbeute unter der Leitung des Perfektionisten aus Viareggio. Diese Strategie der unerbittlichen Kalkulation zahlte sich aus. Während seines ersten Engagements in Turin gewann Lippi nicht nur dreimal die Serie A (1995, 1997, 1998), sondern 1996 auch die Champions League.

Comissario Tecnico. Bis zu seinem Rücktritt im Februar 1999 führte Lippi die "Bianconeri" zwei weitere Male ins Champions-League-Endspiel. Einen Rückschlag erlitt der "Mister" in Mailand. Sein 14-monatiges "Inter-Mezzo" endete für den Erfolgsverwöhnten mit der Entlassung und war zugleich der Anfang seines Turiner Comebacks mit zwei weiteren Titeln. 2004 trat Lippi in Turin ein zweites Mal zurück. Der Weg zum Posten des "Comissario Tecnico" war frei. Im Nationalteam fand er als Nachfolger von Ex-Salzburg-Trainer Giovanni Trapattoni einen Scherbenhaufen vor - oder, wie es Alessandro del Piero unmittelbar nach dem Vorrunden-Out bei der EM in Portugal formulierte, eine Mannschaft, "in der jeder gegen jeden schießt".

Weltmeister. Lippi war daher mit seinem kompromisslosen Stil genau der richtige Mann, um die "Squadra Azzurra" wieder auf Vordermann zu bringen. Er setzte Akzente ohne Rücksicht auf große Namen. Beim katastrophalen Debüt auf Island (0:2) verzichtete er auf den "Prinzen" Del Piero, stattdessen spielte erstmals Luca Toni. Del Piero und Co. begriffen die Botschaft und akzeptierten seine Entscheidungen in der Folge ohne Wenn und Aber. Nicht umsonst war Italien bei seinem Abgang im Sommer 2006 in 25 Partien en suite ungeschlagen. Sogar ihr Elfer-Trauma bei WM-Endrunden legten die "Azzurri" im Endspiel in Berlin ab. Nun ist der Trainer-Star zurück im Amt und sprüht vor Selbstvertrauen. "Es wird schwer, aber ich glaube daran: Wir gewinnen wieder die WM", sagte Lippi, der gegen Österreich unter anderem auf Kapitän Fabio Cannavaro, sowie Luca Toni und Marco Materazzi verzichten muss.


Länderspiel

Österreich trifft am 20. August um 20:45 Uhr in Nizza auf Italien.

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