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Zuletzt aktualisiert: 07.10.2012 um 21:01 UhrKommentare

VSV & KAC mit Heimsiegen

Der verlorene Sohn kehrt heim - zumindest für ein paar Wochen. Michael Grabner und der VSV schlagen Dornbirn in Villach mit 4:3. Der KAC besiegt Meister Linz in Klagenfurt deutlich mit 4:1.

Blau steht ihm gut: Michael Grabner

Foto © GEPABlau steht ihm gut: Michael Grabner

Wenige Minuten nach drei - fast zweieinhalb Stunden vor Spielbeginn - stapft NHL-Star Michael Grabner in die Katakomben der Stadthalle Villach. Aus seinen Augen spricht die Müdigkeit, die Nervosität ist greifbar, seine Hände zittern. Und das bei einem, der schon ganz andere Spiele hinter sich hat, als jenes gegen Dornbirn. Aber es ist ein besonderes. Grabners erstes Punktematch für seinen VSV seit acht Jahren.

Und der VSV weiß, die Rückkehr des "verlorenen Sohnes" perfekt zu inszenieren. "An Tagen wie diesen", von den Toten Hosen dröhnt aus den Lautsprechern. Dazu ein Video, das Grabners Weg von den VSV-Bambinis bis in die NHL zeigt. 4500 Fans halten den Atem an, haben Gänsehaut, und warten auf den Superstar. Dieser verfolgt die Homage aufgeregt im Kabinengang. Von Gefühlen übermannt, mit Tränen in den Augen.

Unter stehenden Ovationen betritt Grabner drei Minuten nach halb sechs das Eis, nicht nur den Fans läuft es kalt über den Rücken. Pure Emotion als alle in der Halle Grabner mit einem ergreifenden "Happy Birthday" zum 25. Geburtstag gratulierten.

Ein Traum

Grabner bedankt sich auf seine Art. Keine Spur von Müdigkeit. Im Gegenteil: Der Heimkehrer ist an der Seite von Markus Peintner und Benjamin Petrik hellwach. Nach vier Minuten ist der Heimkehrer nur durch ein Foul zu stoppen. Zwei Minuten später vergibt er die erste Chance. Ein "Lapsus", der ihm nach knapp 18 Minuten nicht mehr passieren soll. In Unterzahl zündet der schnellste Mann der NHL den Turbo bezwingt den starken Hannes Enzenhofer zum 2:0. 45 Sekunden vorher hat Wiedergut getroffen. "Michael Grabner Ole, Ole, Ole" hallt es durch die Halle.

Nach Wiederbeginn vergisst der VSV, dass es nicht nur um den "Neuen" sondern auch um Punkte geht. Dornbirn gleicht aus. Grabners Highlight: eine vergebene Chance in Unterzahl.

Im dritten Drittel droht die Party zu kippen, Dornbirn trifft erneut und antwortet sogar auf die neuerliche VSV-Führung (Unterluggauer) mit dem Ausgleich. Ehe sich Grabner in die Rettung der eigenen Feier einschaltet. Seinen Pass verwertet Benjamin Petrik zum umjubelten Sieg.

Fix & fertig

Grabner zum Traum-Comeback: "Ich war nervöser als vor einem NHL-Spiel. Ich bin fix und fertig, aber überglücklich. Ich hatte fast zwei Drittel lang Blei in den Beinen." Coach Hannu Järvenpää zum Zittersieg: "Alle wollten bei der Grabner-Party glänzen und vergaßen fast auf das Spiel."

Aber wie singen die Toten Hosen: "An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.

KAC gab die richtige Antwort

Schmutzige Fouls prägten die Partie zwischen dem KAC und Linz. Negativer Höhepunkt bildete die brutale Attacke von Brian Lebler an KAC-Stürmer Gregor Hager. Der Klagenfurter verlor am Eis sogar kurz das Bewusstsein und hielt dem Schiedsrichter zum Beweis einen Zahn entgegen. Hager konnte nicht selbstständig das Eis verlassen und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nachdem Lebler bereits im ersten Abschnitt David Schuller abseits des Spielgeschehens mit einem Check attackiert hatte (keine Strafe), konnten die Schiedsrichter dieses Mal keine Gnade mehr gelten lassen. Er wurde mit einer Matchstrafe in die Kabine geschickt, ihm droht wohl eine längere Nachdenkpause.

Überhaupt war das Auftreten der Linzer eines Meisters unwürdig. Zahlreiche Scharmützel der Oberösterreicher sorgten bei den Beobachtern für Kopfschütteln. Linz-Verteidiger Andrew Hedlund holte Stefan Geier beim Wechseln von den Eisen und Curtis Murphy zerlegte regelrecht Stürmer Tyler Scofield an der Bande.

Eishockey wurde übrigens auch noch gespielt: Verdienterweise gingen die Rotjacken durch John Lammers in Führung (13.). Der Schuss des Kanadiers wurde von einem Linzer Fuß für Keeper Alex Westlund unhaltbar abgefälscht.

Schwaches Powerplay

Die, durch die zahlreichen Strafen sich eröffneten Überzahlmöglichkeiten, ließen die Klagenfurter im zweiten Abschnitt ungenutzt. Die Linzer rochen Lunte und besorgten durch Rob Hisey den Ausgleich (46.).

Ab diesem Zeitpunkt regierten aber die Klagenfurter. Die neuerliche Führung erzielte der Kapitän Thomas Koch höchstpersönlich. Spätestens KAC-Verteidiger Thomas Hundertpfund stellte mit seinem Hammer die Weichen endgültig auf den ersehnten Heimsieg. Kurz vor dem Ende gelang Tormann Andy Chiodo sogar noch ein Assist. Seinen Pass übernahm John Lammers, der den Puck ins leere Tor schob.

MARTIN QUENDLER, HELMUT GRAM, ANDREAS JANDL

EBEL-Runde 10

  • VSV - Dornbirn 4:3 (2:0,0:1,2:2)
  • 99ers - Innsbruck 2:4 (1:1,0:0,1:3)
  • KAC - Linz 4:1 (1:0,0:0,3:1)
  • Capitals - Zagreb 2:0 (1:0,1:0,0:0)
  • Salzburg - Fehervar 5:6 (1:2,2:3,2:1)
  • Znaim - Laibach 3:5 (0:0,2:4,1:1)

Fakten zum VSV-Spiel

Villacher SV - Dornbirner EC 4:3 (2:0,0:1,2:2).
Villach,4.400, SR Jelinek/Kincses.

Tore:
Wiedergut (18.), Grabner (18. SH),Unterluggauer (43.), Petrik (58.) bzw. Bois (39.), Aquino (42.),Henrich (46. SH).

Strafminuten:
8 bzw. 14

Fakten zum KAC-Spiel

KAC - Black Wings Linz 4:1 (1:0,0:0,3:1).
Stadthalle Klagenfurt,4.225, Graber/Trilar.

Tore:
Lammers (13./59./EN), Koch (54.),Hundertpfund (55./PP) bzw. Hisey (46.).

Strafminuten:
6 bzw.21 plus Matchstrafe Lebler.

Fakten

Das NHL-Trio Thomas Vanek, Michael Grabner und Andreas Nödl sorgt für ausverkaufte Eishallen in ganz Österreich. Am Freitag stehen die großen Drei das nächste Mal auf heimischem Eis - und es gibt das nächste direkte Duell: Nödl mit Innsbruck gegen Villach mit Grabner. Vanek tritt mit den Graz 99ers im "Bunker" in Liebenau gegen Meister Linz an (Anpfiff jeweils 19.15 Uhr) - 300 Restkarten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

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