Stewart muss gehen: "Keine große Überraschung"
Nach dem Verpassen des Play-offs in der Erste Bank Eishockey Liga hat sich der Villacher SV am Dienstag von Trainer Mike Stewart getrennt. Die Kärntner peilen einen "Neustart" an.

Foto © GEPAMike Stewart musste gehen
Wie der sechsfache Meister bekanntgab, habe der Vorstand "nach einer misslungenen Saison nach langen und intensiven Beratungen im Sinne eines Neustarts entschieden". Zwar bedauere man den Abschied des aus Kanada stammenden ehemaligen ÖEHV-Teamspielers, sehe aber keine Alternative. "Es wird notwendig sein, in der kommenden Saison, wo viele junge Spieler eingesetzt werden, auch auf dem Trainersektor einen Neustart zu vollziehen", schrieb der VSV auf seiner Website.
Der heute 39-jährige Stewart war im Herbst 2001 als Spieler zu den Villachern gekommen und hatte im März 2011 den Schweden Johan Strömwall als Chefcoach beerbt.
Stewart: "Shit"
Mister Stewart, Sie sind nicht mehr VSV-Trainer. Wie sehr trifft Sie die Entscheidung des Vorstandes?
MIKE STEWART: Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Aber was soll ich sagen? Ich bin ein Mann, ich bleibe aufrecht stehen. Das Leben geht weiter.
Haben Sie damit gerechnet?
STEWART: Es war überall zu lesen und keine große Überraschung.
Ihre ersten Gedanken?
STEWART: Shit (lacht).
Ist diese Entscheidung nachvollziehbar?
STEWART: Es gibt eben gewisse Entscheidungen im Eishockey, ob sie fair sind oder nicht. Die Spieler waren topfit, wir waren in Unterzahl die Nummer eins, die Nummer vier im Powerplay und das Team mit den wenigsten Gegentoren. Am Ende des Tages steht aber der Erfolg, der war nicht gut genug. Für diese Saison waren aber alle verantwortlich. Trainer, Spieler und Vorstand. Es nicht korrekt, zu sagen, dass nur Spieler und Trainer verantwortlich sind.
Die größte Enttäuschung ihrer ersten vollen Saison als Trainer?
STEWART: Dass wir nicht das Play-off erreicht haben. Hätten wir es geschafft, hätte keiner gegen uns spielen wollen.
Wie sehen Sie die unglückliche Legionärsauswahl?
STEWART: Ich habe nur Wanvig und Weller gepusht, die anderen gehen nicht meine Idee.
Wie geht es mit Ihnen weiter?
STEWART: Das muss ich mir anschauen. Es gibt mehrere Optionen. Geplant ist eine Zukunft im Eishockeysport.
Ihre Höhepunkte in elf Jahren VSV?
STEWART: Die zwei Meistertitel und die Geburten meiner drei Kinder.
Der Tiefpunkt dürfte klar sein, oder?
STEWART: So ist es.
Was bedeutet der VSV für Sie?
STEWART: Eishockeytradition, Kampfgeist und super Fans, bei denen ich mich für die tolle Zeit bedanken möchte. Ich bin blau-weiß für immer. Villach ist meine zweite Heimat. Als ich hier her gekommen bin, habe ich nie erwartet, dass ich so lange bleibe.

















