Liga lehrt NHL-Stars Demut
Der KAC gastiert am Sonntag in Salzburg. Die abgereisten NHL-Stars beider Klubs sind unterschiedlicher Meinung, was die Professionalität der heimischen Eishockey-Liga angeht.

Foto © GEPAAndrew Cogliano während seines Aufenthalts in Klagenfurt
Es lehrt einem Demut", fasste Andrew Cogliano in einem Interview mit dem US-amerikanischen Hörfunk- und Fernsehnetzwerk "NBC" sein kurzes Gastspiel beim KAC zusammen.
Der 25-jährige Kanadier, der beim NHL-Klub Anaheim Ducks unter Vertrag steht und zuletzt für die Rotjacken sieben Spiele bestritten hatte (zwei Tore, vier Assists), sah sich in Österreich zusätzlichen Strapazen ausgesetzt, "die sich seine Kollegen hier in der NHL gar nicht vorstellen können".
Während die hoch bezahlten Größen in Übersee verwöhnt werden und bequem mit dem Flugzeug zu den Spielorten anreisen, sind in der österreichischen Liga lange Busreisen zurückzulegen. Außerdem werde in Österreich viel körperbetonter gespielt. Das System sei kräfteraubend, schnell und physisch anspruchsvoll. "Ich werde in Zukunft die Voraussetzungen und Bedingungen in der NHL wieder mehr schätzen", zog Cogliano Bilanz über seinen kurzen Kärnten-Aufenthalt. Die Stimmung in der Klagenfurter Stadthalle blieb für ihn unvergesslich: "Die Fans haben gesungen und geschrien. Es ist atemberaubend gewesen."
Harsche Worte für die Bullen
Wie Rohrspatzen schimpfen dagegen einige NHL-Cracks über den KAC-Gegner Red Bull Salzburg. Allan Walsh, Manager von Derick Brassard, zieht mit den roten Bullen hart ins Gericht. "In ganz Europa gibt es keinen unprofessionelleren Verein", so Walsh in "NBS Sports". Der 25-jährige Mittelstürmer von den Columbus Blue Jackets hatte bekanntlich vorzeitig in Salzburg seine Siebensachen gepackt und war zurück in die Staaten gereist. Walsh ging zwar nicht auf konkrete Vorwürfe ein, meinte aber, dass man Tobias Enström, David Clarkson und Derek Dorsett fragen sollte, um zu wissen, was in Salzburg los sei. Die drei Cracks hatten dem Ex-Meister ebenfalls den Rücken gekehrt.
Die Salzburger sehen übrigens in Brassards Rückkehr in seine Heimat einen Vertragsbruch und haben den Internationalen Eishockeyverband von diesem Vorfall in Kenntnis gesetzt. Enström, Clarkson und Dorsett seien dagegen offiziell abgereist, weil die Try-out-Phase in der Erste-Bank-Eishockey-Liga endete und die NHL-Spieler einen Platz im Kader freimachen wollten.














