KAC fordert Caps, VSV in Fehérvár
Wo der KAC wirklich steht, könnte am Sonntag der "Gipfel" (17.45 Uhr) mit den Vienna Capitals zeigen. Beim VSV spielt Derek Ryan erstmals "daheim" in Fehérvár. Alle Spiele im Livescore.

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Als sich die Vienna Capitals letzte Saison, auch damals einer der Titelfavoriten, mit teils peinlichen Auftritten und Ach und Krach ins Play-off gerettet haben, ist deren Präsident Hans Schmid eines Tages der Kragen geplatzt. "Wir haben Eishockey-Touristen eingekauft", sagte Schmid der "Presse" in einem Interview.
Heuer ist Wien anders. Aber ist es das? Favoriten auf den Titel sind die "Caps" mehr denn je. Eingekauft wurde wieder, was das Herz begehrte. Ein Dutzend neue Spieler, davon zwei neue Torleute (u. a. Teamkeeper Fabian Weinhandl) und mehr als ein halbes Dutzend neue Legionäre. Das war offenbar mehr als notwendig. Daniel Woger etwa, den die Graz 99ers zähneknirschend ziehen ließen, schmachtet in der vierten Linie und kommt oft keine Sekunde aufs Eis ...
Auf den ersten Blick passt der Slogan "Wien ist anders" heuer aber tatsächlich. Von sieben Spielen wurden, ausgenommen die Freiluft-Gala in Pula gegen Zagreb, alle gewonnen. Impressionen vom 5:2-Sieg Freitagnacht bei den zuvor ebenfalls überraschend starken Graz 99ers? Die neuen "Caps" haben sich, ähnlich dem VSV und ganz im Unterschied etwa zu Salzburg, schnell gefunden. Sie waren an der Scheibe einen Schritt schneller und zumindest eine Klasse besser. Aus dem eigenen Drittel heraus spielen sie schnell. Das Powerplay, einst Markenzeichen, ist aber noch nicht berauschend, das Penalty-Killing noch weniger.
Und so könnte das "Gipfeltreffen" im TV-Match in Klagenfurt gegen den KAC für beide so etwas wie eine erste ernst zu nehmende Standortbestimmung der jungen Saison werden. Am Sonntagabend weiß der KAC ungefähr, wie gefährlich ihm die "Caps" werden könnten. Und die Wiener werden zumindest sehen, ob und wie schwer sie sich mit dem KAC heuer tun.
VSV will Spitzenreiter bleiben
Beim Blick auf die Tabelle reibt sich so mancher Fan der "Adler" weiter ungläubig die Augen. Auch nach der siebenten Runde strahlen die Villacher von der Spitze. Trainer Hannu Järvenpää: "Ich kann mich in meiner bisherigen Trainerkarriere nicht an solch einen perfekten Saisonstart erinnern." Der VSV stellt neben der besten Defensive auch den zweigefährlichsten Angriff aller Teams der Liga. Trotz der Ausgeglichenheit ragt mit Derek Ryan ein Spieler besonders heraus. Der Amerikaner führt mit 15 Punkten die Scorerliste an. Seine Linie mit Antti Pusa & Marco Pewal zerlegte am Freitag Znaim fast im Alleingang und war an fünf der sechs Tore beteiligt. Am Sonntag kehrt der 1,78 Meter große und 77 Kilogramm schwere Stürmer in seine alte "Heimat" zurück. Im Vorjahr erzielte Ryan für Székesfehérvár in 56 Spielen 26 Tore und 27 Assists. "Ich hatte dort eine schöne Zeit. Aber meine Konzentration gilt jetzt nur noch dem VSV", sagt Ryan. Seinen derzeitigen Lauf kann er sich selbst nicht ganz erklären: "Ich trainiere hart und versuche, immer mein Bestes zu geben. Ich muss aber auch meinen Mitspielern ein großes Kompliment aussprechen. Wir verstehen uns auf dem Eis schon fast blind", sagt Ryan. Järvenpää wusste bereits vor der Saison um seine Qualitäten, bezeichnete ihn als "talentiertesten Spieler der Liga". Mit seiner Frau Bonnie bezieht Ryan eine Wohnung im Zentrum. "Villach ist wunderschön. Die netten Restaurants und Cafés haben es mir besonders angetan", sagt Ryan, der auch die österreichische Küche lobt. "Das Wiener Schnitzel schmeckt super." An Székesfehérvár hat der VSV gute Erinnerungen. In der verkorksten Vorsaison gab es dort zwei Auswärtssiege. "Uns erwartet ein Hexenkessel. Da müssen wir dagegenhalten", sagt Järvenpää.
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Tabellenführer VSV fährt nahezu komplett nach Ungarn. Nur das bereits für Freitag geplant gewesene Comeback von Brad Cole verzögert sich weiter.
Um einiges länger ist die Liste der Verletzten allerdings beim Schlagerspiel in Klagenfurt: Dem KAC fehlt nach wie vor Tommy Koch (Prellungen), dafür ist Raphael Herburger nach seiner Sperre wieder mit dabei. Aufseiten der Vienna Capitals sind Dan Björnlie (Handbruch), Peter Schweda (Try-out in Las Vegas) und Philipp Peter (krank) ebenso nicht dabei, wie die beiden Stürmer Mario Seidl und Raffael Rotter. Die "Caps" können am Sonntag gerade noch fünf Verteidiger aufbringen.














