Die Frauen der KAC-Cracks zittern gemeinsam
Wie erleben die "besseren Hälften" der KAC-Cracks das Finale? Die Kleine Zeitung zitterte bei einer Auswärtspartie mit.

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Spieltag in der Fremde. Während die KACler im Bus in Richtung Linz tingeln, wiederholt sich bei ihren Ehefrauen und Freundinnen seit Wochen dasselbe Prozedere. Ein Rundruf wird gestartet. Bei wem schauen wir heute Abend? Kommst auch? Wenn ganz Kärnten im EishockeyFieber liegt, lässt das auch die Spielerfrauen nicht kalt. Geteilte Freud ist doppelte Freud, geteiltes Leid bekanntlich halbes Leid.
Melissa Chiodo, Annie Scofield, Lisa Ratz, Verena Grassl und Miriam Wallner (die Freundinnen der Geier-Zwillinge), Steffi Mayer (zukünftige Frau Schuller) und Sarah Symmes, Freundin von Tormanntrainer Pierre Beaulieu, sind eine eingespielte Truppe: kinderlos, flexibel und nur wenige Minuten voneinander entfernt wohnend.
Kurz vor Spielbeginn um circa 20.30 Uhr. Der Wohnzimmertisch ist gerammelt voll. Snacks zur Stärkung, Weißwein für die Nerven. Hund und Katz' müssen erstmal die Couch räumen, denn in der Finalserie sind selbst im Wohnzimmer freie Plätze Mangelware.
Frau Chiodo verspätet sich diesmal. Kommt zwei Minuten nach dem Bully. Als sie zur Tür reinkommt, steht es bereits 1:0 für Linz. Ungläubig starrt sie auf den Fernseher, ein geschocktes "Oh no!" ersetzt an diesem Tag die Begrüßung. Minuten später ein Check an Stefan Geier. Freundin Verena findet's gar nicht witzig. "Los jo mein Mann in Ruah", ätzt die Steirerin in Richtung des "Übeltäters".
Wieder ein Linzer Tor. Die Black Wings erhöhen auf 2:0. Leicht resignierend malt eine bereits den Teufel an die Wand: "Ich befürchte sie verlieren heute." Diesen Satz verstehen sogar Kanadierinnen. Die Quittung dafür, ein zynisches "Leave the door", sorgt für Erheiterung. Der Spielstand tut es nicht.
Anschlusstreffer für den KAC! Kollektiver Jubel entbrandet, die Hände werden in die Höhe gerissen, Torschütze Scofield wird mit Applaus gefeiert. Spätestens jetzt wissen auch die Nachbarn, was nebenan abgeht.
Ausgleich! Die Ladys sind außer Rand und Band, klatschen gegenseitig ab. "Da geht noch was", ist der allgemeine Tenor. Man genehmigt sich ein neues Glas Wein und endlich schmeckt er auch wieder so richtig gut.
Über die restliche Spielzeit breitet sich aber im wahrsten Sinn des Wortes der Mantel des Schweigens. Nur die nicht jugendfreien, anglizistischen F- und S-Wörter durchbrechen die Stille im Sekundentakt. Vielleicht nicht damenhaft, aber bitter nötig. Speziell Frau Chiodo erwischt einen rabenschwarzen TV-Abend. Gleich sechs Tore kassiert ihr Göttergatte. Sie leidet.
Doch die Trauer währt nicht lange, Kopf hoch und weiter geht's. Die Damen drücken jedenfalls die Daumen. Auch am Sonntag wieder. In irgendeinem Wohnzimmer in Klagenfurt.














