KAC unter Druck: Gibt es das Prinzip Hoffnung?
Oft hat der KAC in dieser Saison gegen die Black Wings Linz ja nicht gewonnen. Der Strohhalm: Von den bisherigen drei Siegen "passierten" immerhin zwei in Linz.

Foto © APAHängende Köpfe: Bei Christoph Brandner (links) und Tommy Koch scheint die Hoffnung nicht sehr groß zu sein
Was für den KAC spricht
Eines lässt sich nicht wegdiskutieren: Nach der zweiten Heimniederlage und dem 1:3 in der Serie haben die Oberösterreicher im sonntägigen Heimspiel alle Trümpfe in der Hand. Lediglich ein Sieg noch und der Titel gehört Linz. Wer Augen und Ohren offen hat, der registriert: Keiner rechnet mehr mit dem KAC. "Ein Vorteil für uns", sagt Vizepräsident Hellmuth Reichel: "Die Erwartungen sind gleich null, wir können daher ohne Druck spielen." Locker vom Hocker, hofft der Klagenfurter, könne der KAC eher seine Vorzüge aufs Eis bringen, mit denen er im Viertel- und Semifinale Freund und Feind verblüfft hätte. "Bis jetzt", steht für Reichel fest, "haben wir ja gegen Linz unsere Stärken nicht ausgespielt." Soll wohl heißen: Der KAC kann mehr als er bisher gezeigt hat. Andererseits anerkennt Reichel auch, dass Linz "wahnsinnig stark" aufgetreten ist.
Znenahlik-Analyse
Vielleicht klappt es am Sonntag? Eine gewisse Hoffnung können die Rotjacken zumindest aus der Statistik ziehen. Zwar haben die Klagenfurter gegen Linz meistens nur einen Blumentopf gewonnen, von den drei Erfolgen (in zehn Spielen) gab es immerhin zwei in Linz. Nachdem Andrei Zyuzin (Gehirnerschütterung) das Krankenhaus aufsuchen musste, könnte der zuletzt wegen mangelnder Leistung auf die Tribüne verbannte Mike Siklenka wieder zum Zug kommen. Möglicherweise nicht in der Verteidigung, sondern im Angriff. Als "Prellbock" vor dem gegnerischen Tor. Für Reichel wäre das eine logische Konsequenz aus der unbefriedigenden Torausbeute von nur acht Treffern in vier Spielen.
"Siklenka hat ja als Stürmer durchaus Erfahrung", sagt Reichel. Und im Übrigen, so der Vizepräsident, müsse sich Trainer Christian Weber ohnehin etwas einfallen lassen. Wie auch immer: Die Chance des KAC in Linz ist, dass er eigentlich keine hat...
Was für die Black Wings spricht
Was spricht dafür, dass Linz Sonntag alles klarmacht und sich mit dem zweiten Meistertitel in der Vereinsgeschichte krönt? Eigentlich alles. Mit den drei Siegen hintereinander haben die Black Wings vor allem eines gewonnen: Selbstvertrauen. Respekt, wie sie in Klagenfurt auftraten. Das war für österreichische Begriffe hohe Eishockey-Schule bis hin zu einem taktischen Konzept, an dem sich der KAC bislang die Zähne ausbiss. Ausgetüftelt von einem Trainer (Rob Daum), den sie nicht umsonst "Professor" nennen.
In der Verfassung, wie sich die Linzer zuletzt präsentiert hatten, können sie es auf eigenem Eis und vor eigenen Fans ohne Knieschlottern angehen. Dass die Oberösterreicher fast doppelt so viele Ausländer als der KAC beschäftigen, von denen die meisten an Erfahrung und spielerischer Klasse über jene beim Rivalen zu stellen sind, könnte sich als weiterer Vorteil erweisen.















