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Zuletzt aktualisiert: 18.02.2012 um 22:04 UhrKommentare

"Ich will den Titel, dafür bin ich hier"

Ex-NHL-Stargoalie Marty Turco gilt als größte Waffe von Red Bull Salzburg. Ein Gespräch vor dem ersten Play-off-Duell mit dem KAC am Sonntag.

Marty Turco

Foto © GEPAMarty Turco

Der Penalty-Eklat am Dienstag war das große Thema dieser Woche. Sie standen auf der Gegenseite, als Laibachs Goalie Matija Pinatri bei zwei Penaltys sein Tor verließ. Wie haben Sie diese Aktionen gesehen?

MARTY TURCO: Pintari hat in der regulären Spielzeit einen guten Job gemacht. Dass er sich dann zu solchen Aktionen hinreißen ließ, ist seine Sache. Dass man auf diese Art und Weise ein Spiel gewinnt, ist allerdings schade.

Laibach ist durch die offensichtlich absichtliche Niederlage Salzburg im Viertelfinale aus dem Weg gegangen und spielt jetzt gegen das vermeintlich schwächere Team von Székésfehérvar. Salzburg hingegen bekommt es mit dem Rekordmeister KAC zu tun . . .

TURCO: Glauben Sie mir, es ist egal, gegen wen man im Play-off spielt. Da gibt es keine leichten Gegner mehr.

Wie stark schätzen Sie den KAC ein?

TURCO: Ich weiß über ihn nicht viel. Ich habe erst einmal gegen Klagenfurt (Anmerkung: beim 2:1-Heimsieg der Salzburger am 10. Februar) gespielt und da hat er uns das Leben verdammt schwer gemacht.

Wer ist Favorit?

TURCO: Schwer zu sagen. Ein Vorteil könnte sein, dass wir zu Hause beginnen und mit einem Sieg vorlegen können.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Salzburg?

TURCO: Ich will den Meistertitel. Dafür bin ich hier!

Der Verein hat Sie im Dezember aufgrund ihrer starken Vorstellung beim Finale der European-Trophy verpflichtet. In der Liga haben Sie bisher in vier Spielen 12 Tore kassiert. Wurmt das einen erfahrenen Ex-NHL-Goalie nicht sehr?

TURCO: Auf alle Fälle. Ich gestehe auch ein, dass ich mit meinen bisher gezeigten Leistungen nicht zufrieden bin. Aber jetzt beginnt das Play-off und da bin ich immer besonders motiviert.

War die Umstellung auf die größere Eisfläche ein Problem für Sie?

TURCO: Ich habe mich schon halbwegs daran gewöhnt. Außerdem habe ich ja in meiner Karriere schon einige Spiele in Europa und bei WM-Turnieren absolviert.

Wie kam der Kontakt mit Salzburg zustande?

TURCO: Seamus Kotyk, der früher Torhüter in Innsbruck war und nun als Goalie-Coach in Sault Saint Marie arbeitet und Red-Bull-Scout Paul Henry haben mich gefragt. Mit Seamus bin ich schon lange befreundet.

Fühlen Sie sich wohl in der Mozartstadt?

TURCO: Sehr sogar. Salzburg ist wunderschön und das Bier schmeckt auch (lacht).

Und die Mannschaft?

TURCO: Die Qualität ist sehr gut. Da sind einige exzellente Eisläufer und auch Schützen dabei.

Können Sie sich ein längeres Engagement in Europa vorstellen?

TURCO: Mein Ziel bleibt die Rückkehr in die NHL. Wenn nicht als Torhüter, dann möchte ich im dortigen Umfeld arbeiten.

Wie denken Sie über Österreichs NHL-Stars Thomas Vanek und Michael Grabner?

TURCO: Vanek ist ein Ausnahmespieler. Grabner ein großes Talent, das sich gut entwickelte.

INTERVIEW: FRANZ HOLLAUF, GERHARD KUNTSCHIK (SN)

Zur Person

Geboren: 13. August 1975 in Sault St. Marie, Ontario, Kanada.

NHL-Profi seit 2000. Bei den Dallas Stars (2000 bis 2004 und von 2006 bis 2010, 2011 bei den Chicago Blackhawks). Dazwischen ein Jahr bei Djurgardens IF in Schweden.

538 NHL-Spiele im Grunddurchgang, plus 47 Play-off-Spiele in der NHL (alle für die Dallas Stars). 91 % Save-Percentage (gehaltene Schüsse).

Nationalteam-Einsätze bei der A-WM 2002, 2005 (Silbermedaille) und bei den Olympischen Winterspielen 2006.

Drei Einberufungen in das NHL-Allstar-Game (2003, 2004, 2000).

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