Mr. Viveiros hält an seiner Linie fest
Steht KAC-Trainer Manny Viveiros (46) mit dem Rücken zur Wand? Oder lenkt er mit einem "neuen" KAC auch Österreichs Eishockey in eine neue Richtung.

Foto © GEPAManny Viveiros
Trotz des Sieges Freitag Nacht gab es jede Menge Pfiffe der Fans. Haben Sie Verständnis dafür?
MANNY VIVEIROS: Ja und nein. Vielleicht haben wir nicht gut vermittelt, in welche Richtung wir wollen. Wir haben bisher mit nur etwas über fünf Legionären gespielt, zugleich im Schnitt fünf bis sechs Verletzte gehabt. Wir haben ständig junge Spieler eingesetzt. Ich verstehe also nicht, warum die Fans verstört oder beleidigt sind.
Zum Beispiel, weil die Mannschaft ohne sich zu verabschieden in der Kabine verschwunden ist?
VIVEIROS: Nein, nein. Die Spieler sind noch einmal hinausgekommen, haben sich anständig verabschiedet.
Auch die Sache mit den Play-off-Tickets ärgert die Fans. Und die Mannschaft muss es ausbaden.
VIVEIROS: Das ist Angelegenheit des Managements. Ich hoffe aber, das Ganze ist bald erledigt.
Ein paar Stichworte, die man auf den Tribünen dieser Tage immer wieder hört: Powerplay . . .
VIVEIROS: Vor dem Freitag-Spiel sind wir auf Platz vier der Liga gelegen (jetzt ist es der 5. Platz, Anm.), mit einer Effizienz von 20 Prozent. Alles darüber gilt als sehr gut.
Thomas Koch . . .
VIVEIROS: Ohne Tommy Koch hätten wir die Top 6 nicht erreicht. Er hat in Salzburg mit zehn Ausländern an seiner Seite gespielt. Beim KAC hat er eine völlig andere Rolle, es gibt eine andere Taktik.
Mike Siklenka . . .
VIVEIROS: Ist besser in Form, seit Martin Schumnig wieder spielt. Wenn Siklenka müde ist, macht er Fehler. Jetzt haben wir wieder sieben Verteidiger, das macht es auch für Mike leichter.
Wie zufrieden sind Sie mit Andrej Zyuzin?
VIVEIROS: Er bringt viel Erfahrung mit, viele Kleinigkeiten, die man nicht sieht. Er spielt einen guten ersten Pass und bringt hinten Ruhe hinein. Wenn jemand erwartet hat, dass Zyuzin die Liga dominieren wird - das geht nicht, dazu ist unsere Liga zu stark.
Apropos Erwartungen. Sind die beim KAC vielleicht nicht generell zu hoch?
VIVEIROS: Sie sind hoch. Weil wir auch eine gute Mannschaft haben. Unsere Ziele erreichen können wir trotzdem nur, wenn alle gesund sind. Aber die anderen haben sich mit Ausländern verstärkt, wir haben Österreicher geholt.
Der KAC steht mit seiner neuen Linie alleine da. Sollte man nicht bei der Liga einmal auf den Tisch schlagen? Am KAC wird letztlich niemand vorbei können?
VIVEIROS: Stimmt, der KAC muss das in die Hand nehmen, dann werden Villach, auch Graz und einige andere mitziehen. Wir haben das unserem Vorstand bereits dahin gehend vorgeschlagen.
Weil Sie den Vorstand ansprechen - man hört, die "Ära Viveiros" sei zu Ende, wenn der KAC das Semifinale nicht erreichen sollte?
VIVEIROS: Ach, das ist nichts Neues. Damit kann ich inzwischen umgehen.
Sie gehen davon aus, dass Sie auch nächstes Jahr noch Trainer sind?
VIVEIROS: Ja. Warum nicht?
Beim KAC?
VIVEIROS: Ja, beim KAC.


















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