KAC hatte Erbarmen, VSV-Talfahrt geht weiter
Nach einem 6:2 machte es der KAC spannend, gewann gegen Jesenice aber noch klar mit 8:5. Die Villacher Adler schlitterten Freitagabend in die siebente Pleite in Folge - 2:4 gegen Fehervar. Nun ist guter Rat teuer!

Foto © GEPAMarkus Peintner
KAC - JESENICE 8:5
Der KAC marschiert durch die Bundesliga. Der HK Jesenice, der in neun Spielen gerade einmal vier Punkte zusammenbrachte, konnte den Tabellenführer nicht stoppen. Irgendwie logisch, angesichts dessen, dass der Gegner jenseits der Karawanken von der spielerischen Substanz her viel schwächer besetzt ist. Da konnte es lange nur heißen: Schwergewicht sucht Gegner - wenn Jesenice, der Armenhäusler der Liga, kommt, geht es den Rotjacken fast so wie den Boxbrüdern Klitschko. Keiner kann sie fordern. Die Slowenen waren gestern schon froh, halbwegs heil vom Eis zu kommen. Jesenice fügte sich ins Unvermeidliche, holte sich die programmierte Niederlage ab, die sich nicht zuletzt deshalb, weil der KAC mit dem schwachen Gegner Erbarmen zeigte, mit dem 5:8 im Rahmen bewegte. Denn die Klagenfurter legten phasenweise den Energiesparmodus ein. Die Behandlung des Pucks stand im Vordergrund, manche Drehung, mancher elegante Direktpass war zwar schön anzusehen, aber: Dabei wurde auf den Endzweck, das Toreschießen, vergessen. Dazu kam, dass sich die Defensive einige Schnitzer leistete. Die nützten die Gäste vor allem nach dem 2:6-Rückstand eiskalt aus. Dennoch: Fünf Tore daheim ist etwas des Guten zu viel.
Die Zuschauer hatten trotzdem ihren Spaß, denn der laufstarke Tabellenführer sorgte bei seinem sechsten Sieg im sechsten Heimspiel für einige spektakuläre Treffer. Sehenswert das 1:0 durch Raphael Herburger (6.). Eishockey-Feinschmecker fanden am 5:2 durch Thomas Koch (34.) nach einem herrlichen Querpass noch mehr Gefallen. Der kleine Heimkehrer hatte die Scheibe volley und präzise ins Kreuzeck gehämmert. Was gab es sonst noch? Christoph Brandner (26.) scheiterte mit einem Penalty am Jesenice-Tormann Fikrt. Für Thomas Hundertpfund war der Eishockeyabend bereits nach 109 Sekunden zu Ende: Der Stürmer ging es allzu stürmisch an und musste nach einem Bandencheck vorzeitig unter die Dusche.
VSV - FEHERVAR 2:4
Die VSV-Fans werden derzeit auf eine harte Probe gestellt. Schon seit 8. März 2011 (im Viertelfinale gegen Linz) warten die Anhänger auf einen Heimsieg. Auch am Freitag gegen SAPA Fehérvár AV19 patzten die Adler vor eigenem Publikum, kassierten die siebente Niederlage en suite und bleiben weiter am Tabellenende hängen. Weiter bedenklich: Die Torflaute hält an, Villach schießt im Schnitt nur zwei Goals pro Match.
Der VSV begann nervös, verunsichert. Nach 53 Sekunden bekam Csaba Kovacs über einen Bandenabpraller irgendwie zur Scheibe, der Ungar stand plötzlich allein vor VSV-Torhüter Starkbaum, der glänzend parierte. In Unterzahl vernebelte der erneut enttäuschende Derek Damon unbedrängt vor dem Fehérvár-Keeper Munro stehend den Villacher Führungstreffer (7.). Die Magyaren dominierten, Starkbaum hielt die Gastgeber im Spiel. Mit einer herrlichen Einzelaktion gelang Nikolaus Hartl das 1:0. Der 19-jährige Salzburger trickste drei Gäste-Verteidiger aus und hob den Puck backhand ins lange Eck (18.). Die Freude über das erste Saisontor der VSV-Neuerwerbung dauerte nur kurz, acht Sekunden vor der ersten Sirene nützte Palkovics einen Weller-"Aussetzer" zum Gleichstand. Nach Wiederbeginn setzte Fehérvár die Adler unter Druck, in der blau-weißen Zone brannte der Hut. Auch beim 1:2 führte Craig Weller Regie, sein unüberlegter Torschuss offenbarte Székesfehérvár einen Konter, den Johansson mühelos verwertete (32.). 16 Sekunden später bügelte der engagierte Markus Peintner den zweiten entscheidenden Schnitzer des VSV-Legionärs mit dem raschen Ausgleich aus. Die Villacher hielten das faire Match offen. Dennoch kassierte man das 2:3. Eine Sekunde vor dem Gong hatte Derek Ryan das verdutzte Stewart-Team "überrascht".
Auch im Schlussdrittel waren die VSV-Leistungsträger nicht zu sehen, Ryan überlief VSV-Verteidiger Mitchell und sorgte für die Entscheidung: 2:4 (45.).
Features
ERGEBNISSE
KAC - HK Acroni Jesenice 8:5 (2:1,4:2,2:2). Klagenfurter Stadthalle, 4.219, SR Fussi/Kellner.
Tore: Herburger (6.), Brandner (8./PP), Schellander (22.), Pirmann (26.), Koch (27.), Scofield (34., 56./PP), M. Geier (53.) bzw. Ankerst (12./PP), Olsson (24.), Hvila (39./PP, 43./PP, 49.).
Strafminuten: 11 bzw. 10 + Spieldauer Hundertpfund + Spieldauer Tuma + 10 Disziplinar Hvila
VSV - Fehervar 2:4 (1:1,1:2,0:1). Villacher Stadthalle, 2.500, SR Kamsek/Trilar.
Tore: Hartl (18.), Peintner (33.) bzw. Palkovics (20.), Johansson (32.), Ryan (40., 45.).
Strafminuten: 6 bzw. 12














