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Zuletzt aktualisiert: 13.04.2011 um 21:19 UhrKommentare

Die Psychotricks der Bullen

Red Bull Salzburg tut alles für den Erfolg, will unbedingt den österreichischen Meistertitel verteidigen. Mit zum Teil fragwürdigen und unsportlichen Mitteln.

Bullen-Coach Pierre Pagé

Foto © GEPABullen-Coach Pierre Pagé

Keine Frage: Salzburg stellt eine Eishockeymannschaft, die in der Finalserie dem KAC um nichts nachsteht. Um am Ende den Meisterpokal zu stemmen, verlassen sich die Bullen allerdings nicht nur auf ihr sportliches Können. Was sie so nebenbei bieten, ist merkwürdig. Eines sind sie jedenfalls schon: Meister der Mätzchen und der Psychotricks.

Einige Beispiele, mit welchen (unlauteren) Methoden Salzburg agiert:

Rundumschläge: Pierre Pagé, der Eigenbrötler auf der Spielerbank, setzt gezielt Nadelstiche gegen alle. Der umstrittene Kanadier gestikuliert auf der Spielerbank, schimpft und lässt die Schiedsrichter antanzen, wann immer er will. Eine Machtdemonstration - auch für die eigenen Spieler.

Stimmung gegen die Schiedsrichter: Was ihr Chef in Interviews und Statements macht, übernehmen auch die Spieler. Sie kritisieren die Pfeifenmänner permanent. Naheliegend: Wenn Salzburg verliert, sind sie schuld. Wie es Reinhard Divis nach dem 3:2 für den KAC am Sonntag in Klagenfurt in einem TV-Interview provokant festhielt...

Infragestellen der Entscheidungen: Egal, welche Entscheidungen die Unparteiischen auch treffen - die Salzburger Spieler reklamieren und haben daran ständig etwas auszusetzen. Der Hintergedanke liegt auf der Hand: Damit versuchen sie, die Pfeifenmänner zu beeinflussen. Mit Erfolg. Immerhin wurden den Klagenfurtern bereits zwei reguläre Tore aberkannt. Ob berechtigt oder nicht: Einen Blick auf den Videokasten ist das Mindeste, was die Salzburger von den Schiedsrichtern verlangen.

Attacke auf die Eisfläche: Die Salzburger werden es zwar in Abrede stellen, aber es gibt Zeugen: Beim Trainingstermin für die Bullen in Klagenfurt, den Sonntagmittag nur die Cotrainer wahrnahmen, versuchte der dritte Tormann Löcher in den Torraum zu hacken - bei jenem Tor, in dem KAC-Keeper Andy Chiodo 40 Minuten lang seine Arbeit verrichtet. Die Klagenfurter Eismeister mussten alle ihre Künste aufbieten, um den Schaden halbwegs zu reparieren. Schmutziger geht es wohl nicht mehr.

Feindbild: Salzburg gegen den KAC wird in den Medien als Kampf Rest-Österreich gegen Kärnten hochstilisiert. Der KAC muss als Feindbild herhalten, weil Eishockey in Österreich vom Süden aus gesteuert wird.

Anzeigen: Schon während der ganzen Saison beschäftigten die Salzburger den Strafsenat der Liga mit Videos und Anzeigen, um die Konkurrenz einzuschüchtern und Vorteile zu lukrieren.

HEINZ TRASCHITZGER, MARIO KLEINBERGER

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