Das Feindbild: Pierre Pagé
Auch nach dem 5:3 und vorm entscheidenden Showdown am Sonntag bleibt für den KAC Salzburg-Trainer Pierre Pagé (61) das große Feindbild.

Foto © GEPAPierre Pagé
Der erste Heimsieg der Rotjacken in der Best-of-seven-Serie bescherte dem Titelverteidiger den 3:3-Gleichstand und damit ein siebentes Spiel. Das steigt am Sonntag in Salzburg. Während Manny Viveiros die Leistung der Seinen beim 5:3 als eine der besten in dieser Saison einreihte, goss sein Salzburger Kollege Pierre Pagé wieder einmal Öl ins Feuer, indem er feststellte, dass der KAC den Sieg den Schiedsrichtern zu verdanken hätte. Typisch Pagé.
Es ist ja nicht neu: Das Repertoire der Provokationen des Kanadiers ist groß. Das reicht vom zynischen Applaus für die Schiedsrichter bis zu Kommentaren und Beschuldigungen, die jeder Grundlage entbehren. Am liebsten beschäftigt Pagé jedoch den Strafsenat der Liga mit Anzeigen und diversen Videos von möglichen und unmöglichen Vergehen der KAC-Akteure. Die Salzburger und speziell Pagé betreiben in gewisser Weise einen Wettkampf der Hysterie". Der Versuch, eine Strategie der Spannung herbeizuführen, ist offensichtlich. "Wir warten jeden Tag bis 12 Uhr und fragen dann an, ob von Salzburg wieder etwas eingetroffen ist", versteht der KAC-Trainer die Eishockeywelt von Pagé nicht. Für Viveiros gilt: Die Entscheidung, wer ins Semifinale aufsteigt, solle doch auf dem Eis fallen. Unbeeinflusst von Schiedsrichtern und anderen Aktionen, um den Gegner zu schwächen. Viveiros und Pagé werden bestimmt keine Freunde mehr. Ob es eine Kommunikation zwischen den beiden gäbe? "Was glauben sie?", lautete die Gegenfrage und damit bereits die Antwort des KAC-Coaches. Soll heißen: Es herrscht Funkstille zwischen den beiden.
Lange Erfolgsliste
Was Viveiros vor seinem Kollegen hat, ist Respekt. Respekt vor dessen Erfolgen. Die hat Pagé, der inklusive seiner Assistententätigkeit auf insgesamt 13 NHL-Spielzeiten als Trainer zurückblicken kann, genug. Ehe er 2007 in Salzburg anheuerte, führte er die Berliner Eisbären zu zwei deutschen Meistertiteln und drei Mal ins DEL-Finale. Zum Bruch in Berlin führte letztlich ein Zwist mit den Spitzenspielern. Auch Dieter Kalt kann viel über den Exzentriker hinter der Bande erzählen. Der Klagenfurter wurde vom Kanadier derart gedemütigt, dass er von Salzburg nach Schweden "flüchtete". Der kleine Stürmer würde viel geben, könnte er mit dem KAC die Salzburger und damit auch Pagé aus der Meisterschaft checken.
Eines muss man Pierre Pagé aber lassen: Er geht unaufhaltsam seinen unkonventionellen Weg und legt besonderen Wert, dem Eishockey in Salzburg eine Perspektive zu geben. So gehört es zum Konzept des 61-jährigen Kanadiers, auf österreichische Talente zu vertrauen und sie damit zu fördern.














