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Zuletzt aktualisiert: 03.03.2010 um 23:21 UhrKommentare

An einen Dienstschluss denkt keiner

"Wir werden - das kann ich versprechen - wie um unser Leben rennen." Christoph Brandner im Kleine Zeitung-Interview.

Foto © GEPA

Herr Brandner, wie weh tat dieses 2:3 am Dienstag in Salzburg 185 Sekunden vor Schluss, durch das die Roten Bullen in der Serie auf 3:2 stellten?

CHRISTOPH BRANDNER: Das war insofern schon bitter, weil wir erstens viel besser als daheim gespielt haben und zweitens auch mehr und die effektiveren Chancen hatten. Es hat leider das berühmte "Eizerl" gefehlt, weil uns aufgrund des kleinen Kaders zum Schluss etwas die Kraft ausging.

Sogar in der offiziellen Salzburger Red Bull-Presseaussendung wurde zugegeben, dass der KAC über weite Strecken die tonangebende Mannschaft war?

BRANDNER: Das ist objektiv und sehr nett, aber dafür können wir uns leider nichts kaufen. In der Serie sind wir trotzdem mit 2:3 hinten.

Die Alternative vor dem Viertelfinalspiel Nummer sechs heute in Klagenfurt lautet daher: Siegen oder Fliegen?

BRANDNER: Ja, da hilft kein Nachtrauern oder Jammern, wir müssen die Situation zur Kenntnis nehmen: Wir brauchen daheim einen Sieg, um im Rennen zu bleiben.

Die Hoffnung ist allerdings eher gering, schließlich gingen die letzten zwei Spiele auf eigenem Eis verloren?

BRANDNER: Das wird heute ein anderes Match. Wir werden - das kann ich versprechen - wie um unser Leben rennen. Außerdem haben wir gerade auswärts mit den Salzburgern immer auf Augenhöhe gespielt und dort nicht umsonst zweimal gewonnen. Dass die Roten Bullen andererseits einen qualitativ starken und großen Kader haben, ist ja bekannt.

Viele KAC-Fans haben nicht verstanden, warum ihr nicht einen leichteren Gegner ausgesucht habt's, wie das zum Beispiel die Vienna Capitals gemacht haben.

BRANDNER: Hätten wir gegen Laibach im letzten Spiel des Grunddurchganges verlieren sollen? Außerdem hätte in der letzten Runde noch alles passieren können. Und wenn einer Medvescsak Zagreb als leichten Gegner einstuft, der braucht nur die Grazer zu fragen. Die Steirer sind gegen die Kroaten ja noch schlechter dran als wir.

Wir wollen ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber: ein Meisterschaftsende am 4. März in Klagenfurt wäre schon ein bisserl früh, oder?

BRANDNER: Daran denkt bei uns, wenn wir in die Kabine gehen, ohnehin keiner. Im Gegenteil. Wir sind uns alle einig: Wir haben noch eine gute Chance, das Ding zu drehen. Denn: Gewinnen wir heute, ist alles möglich. Dann haben die Salzburger den Druck, den wir heute haben.

INTERVIEW: HEINZTRASCHITZGER

Zur Person

Christoph Brandner (* 5. Juli 1975 in Bruck an der Mur) spielt seit 2008 beim EC KAC in der Österreichischen Eishockey-Liga.

Brandner war der erste österreichische Feldspieler, der ein Spiel in der National Hockey League bestritt, und gleichzeitig auch der erste Österreicher, dem ein Torerfolg in der NHL gelang.

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