Die Fans sind heiß auf das Derby-Eis
Rot-weiß oder blau-weiß? Wenn KAC und VSV aufeinandertreffen, gibt es alles, nur eines nicht: einen Mittelweg. Das wird sich wohl auch beim heutigen Derby zeigen.

Foto © GEPA/Montage Kleine Zeitung DIGITALWelcher Fan-Block darf heute jubeln?
Die Frage spaltet Kärnten regelmäßig vor einem Eishockey-Derby, wie es Donnerstag (19.15, Stadthalle) in Klagenfurt stattfindet: KAC, oder VSV? Entweder - oder, denn dazwischen ist kein Platz. So sehen es die Spieler, aber vor allem auch die Fans. "Sagen wir so: Bekehrt haben wir erst einen. Aber selbst der ist aus beruflichen Gründen von Klagenfurt nach Villach gezogen und verhält sich bei einem Derby neutral", bringt es Christian Gruber auf den Punkt.
Derby vor dem Derby
Vor 17 Jahren half der 36-Jährige den Fanklub "Villacher Adler" aus der Taufe zu heben, heute unterstützen 160 Mitglieder lautstark bei allen Heimspielen und bis zu 20 Auswärtspartien. Dazu gehört auch das größte Fan-Transparent Eishockey-Österreichs (8 mal 25 Meter!), eine Sonderanfertigung, die sogar die Behörden beschäftigt. "Das Ding ist so groß, die schreiben uns sogar vor, dass wir das Material auf seine Feuergefährlichkeit überprüfen lassen müssen", sagt Gruber. Dass das Derby auch ein Duell der Fanklubs ist, versteht sich von selbst. "Da geht es um pure Emotion. Wer bei uns nicht 100 Prozent hinter dem VSV und unserem Fanklub steht, hat bei uns nichts verloren", gibt sich Gerald Unegg, Chef von "Absolut Villach", einem weiteren Fanklub des VSV, blau-weiß und kompromisslos. Schwester Manuela organisiert bei den "Villacher Adlern" mit.
Erfinderische Fans
Wenn es gegen den Eishockey-Erzfeind geht, werden die Fans erfinderisch: "Wir verzichten heute auf unsere Trommel", sagt Mario Winkler, Stammesführer der "KAC Vikings". Wie bitte? "Klar, um die Villacher Fans in unserer Halle zu übertönen, reichen auch unsere Stimmen", stichelt der Elektrikermeister Richtung Villach. Und das obwohl Winkler in Wernberg und damit deutlich näher an Villach als an Klagenfurt beheimatet ist. 280 Wikinger feuern gemeinsam mit der Stiege 19 und den Red-White Dragons den Rekordmeister an.
Apropos Stiege 19 - am ältesten KAC-Fanklub und seinem Chef Robert Obermann führt natürlich kein Weg vorbei. 1981 wurde die Stiege 19 offiziell gegründet, die ersten Dressen bekamen die "jungen Wilden" damals noch vom Verein zur Verfügung gestellt. Während beim Fußball die Zäune vor den Fans schützen, ist es beim Eishockey umgekehrt. Denn: Abseits des Rinks verstehen sich die meisten Fan-Klubs prächtig. Der Beweis: "Wir haben einige Jungs, deren Freundinnen bei den KAC-Fanklubs sind", sagt Gruber und lacht.














