Das Profitum hinterließ Spuren beim KAC
Der KAC. Das war nicht nur Eishockey. 100 Jahre - ein Sportverein im Wandel.

Foto © KLZ/Koscher
Der KAC ist für viele "der" Verein. In den drei Buchstaben liegt ihr ganzes Herzblut drinnen. Und haufenweise Erinnerungen. An Glücksgefühlen und höchste Ehren, wie Meistertitel, Spitzenplätze und sensationelle Resultate. Für manche aber auch Enttäuschungen und schmerzhafte Niederlagen.
Am Wochenende feierte der KAC den 100. Geburtstag. Zur deutlichen Wahrnehmung, was das bedeutet: gegründet 1909, als Österreich (Ungarn) noch eine Weltmacht war und Kaiser Franz Josef das Sagen hatte. Das heißt: Der KAC verkörpert einen Teil Klagenfurter Geschichte mit einem hohen Wiedererkennungswert. Bis zu 19 verschiedene Sportarten - für heute nahezu unvorstellbar - konnten während dieser Zeit unter den Vereinsfarben Rot-Weiß ausgeübt werden.
Ob im Eishockey, Boxen, Fußball, Handball oder einer anderen Sparte: Der KAC lieferte pausenlos und jahrelang Vorbilder und Identifikationsfiguren. Das Hoch wurde durch mehrere Faktoren befeuert. Einerseits durch den Idealismus der Funktionäre, andererseits durch den Ehrgeiz der Aktiven und natürlich ihr Talent. Die Liste der sportlichen Erfolge hat eine Länge, die bei vielen Staunen auslösen muss. Die Namen der Erfolgreichen liest sich aber heute für die meisten wie ein Buch mit sieben Siegeln.
Wichtigste Nebensache der Welt
Ist es es früher leichter gewesen Siege und Titel einzufahren? Nein, aber die Möglichkeit, anderswo Ablenkung und Erfüllung zu finden, war geringer. Der Sport als die wichtigste Nebensache der Welt war damals keine Worthülse, sondern Realität. Heutzutage hat die Jugend dutzende Alternativen. Wozu trainieren, wozu sich quälen?
Dazu kam, dass der Sport später immer häufiger dazu diente, dass eigene Bankkonto aufzufetten. Schon lange vor dem Bosman-Urteil zog die Geschäftemacherei ein. Treue, Kameradschaft und Zusammenhalt zählten nichts mehr. Der Verein wurde bald gewechselt wie das Hemd. Auswüchse, die natürlich auch der KAC zu spüren bekam.
Einmal dadurch, dass manche Disziplinen nicht mehr gefragt waren. Dann durch eine Finanzgebarung, die einem ordentlichen Kaufmann schlaflose Nächte bereitet hätte. Erst recht den KAC-Funktionären. Um die vorwiegend durch die Eishockey- und Fußball-Sektion angehäuften Schulden abzubauen, blieb dem Klub keine andere Wahl, als auf dem Vereinsgelände eine "fremde" Tennishalle errichten zu lassen. Ende der 90er-Jahre war ein weiter Befreiungschlag notwendig. Hohe Außenstände veranlassten den KAC, den Sportplatz in der Klagenfurter Magazingasse an die Stadt zu verkaufen. Die übrig gebliebenen fünf Millionen Schilling wurden angelegt. Davon profitieren die wenigen noch vorhandenen Sektionen. So hat auch der KAC, dieser einst legendäre und erfolgreiche Amateursportverein, die Auswüchse des Profitums zu spüren bekommen. Schmerzlich sogar.














