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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 um 06:00 UhrKommentare

KAC: Der Wert und der Preis des Titels

Was hat sich der KAC seinen 29. Titel kosten lassen? Präsident Egbert Frimmel zieht eine Bilanz. Er blickt auf die nächste Saison voraus. Sagt, was die Champions League bedeutet. Und er ärgert sich über den WM-Teamkader.

KAC-Präsident Egbert Frimmel

Foto © GEPAKAC-Präsident Egbert Frimmel

Herr Präsident, ist der Eindruck, dass der KAC heuer fast um jeden Preis Meister werden wollte, richtig?
EGBERT FRIMMEL: Es wäre ein Blödsinn, wenn ich jetzt sagen würde, dass wir nicht Meister werden wollten. Ich möchte es allerdings auf gar keinen Fall so formulieren, dass wir uns den Titel erkauft haben.

Okay, vielleicht nicht erkauft. Aber man hat sich den Titel einiges kosten lassen?
FRIMMEL: Wir haben uns mit unserem Budget durchaus im Rahmen der vergangenen Saisonen bewegt. Vielleicht geringfügig drüber. Aber noch einmal, wir haben es uns ganz sicher nicht nur mit Geld gerichtet.

Es wird eben immer gerne der Vergleich mit Salzburg gezogen. Mit einer Billig-Mannschaft kann man gegen Salzburg wohl nicht Meister werden.
FRIMMEL: Gibt es in Österreich noch eine Billig-Mannschaft? Das würde schon aufgrund der Spielerpreise, die generell kräftig nach oben geschnellt sind, nicht funktionieren.

Wo würden Sie denn den KAC mit seinem Budget einordnen?
FRIMMEL: Die Vereine haben sich bei einer Manager-Konferenz diesbezüglich ausgetauscht. Natürlich ist der KAC im oberen Drittel angesiedelt. Aber die Abstände klaffen nicht sonderlich weit auseinander. Dennoch müsste man die Budgets anständig zurückfahren. Aber hier einen gemeinsamen Weg zu finden, das ist das Problem.

...und die Legionärsflut und die mangelnde Nachwuchsarbeit und und und.
FRIMMEL: Österreichs Eishockey hat ein Strukturproblem, das steht außer Zweifel. Es kann nicht sein, dass nur der KAC und Villach den ganzen Sport mit Nachwuchs beliefern.

Was wäre, wenn es Frau Horten (Milliarden-Erbin Heidi Horten, Gönnerin, Anm.) beim KAC nicht geben würde?
FRIMMEL: Dann würde es den KAC trotzdem geben. Der KAC ist eine Institution und geht nicht unter. Aber wir müssten unser Budget sehr drastisch kürzen, da brauchen wir uns kein X für ein U vormachen.

Wie plant der KAC für die nächste Saison?
FRIMMEL: Indem wir die Mannschaft möglichst zusammenhalten wollen, was de facto bereits passiert ist. Und indem wir weiterhin am Nachwuchs festhalten werden.

Weshalb auch definitiv kein Ersatz für Tormann Travis Scott verpflichtet wird?
FRIMMEL: Richtig. Wir werden die alte Linie einschlagen und mit Enzenhofer und Swette in die neue Saison gehen.

Bisher hat man daran gezweifelt, ob sie dem Druck standhalten. Jetzt gibt es keine Zweifel mehr?
FRIMMEL: Weil mit diesem Titel, mit dem Gewinn der Meisterschaft zum 100. Jubiläum, viel Druck heraußen ist. Aus dem Team, aus dem Trainer, aus allen. Obwohl, ein KAC steht natürlich immer unter Druck.

Im Nationalteam für die WM stehen nur drei KAC-Spieler, aber zum Beispiel sieben Mann von den Villachern...
FRIMMEL: Was für mich nicht nachvollziehbar ist. Aber der Teamchef hat hier offenbar seine eigenen Gedanken. Die Optik ist auf alle Fälle komisch.

Mit welchen Ambitionen wird der KAC in die Champions League gehen?
FRIMMEL: Mit sehr großen. Weil die Champions League sportlich wie finanziell sehr interessant für uns wäre. Wir wollen, wenn irgendwie möglich, unbedingt in die Hauptrunde kommen.

Ein Wort noch zur geplanten neuen Eishalle in Klagenfurt?
FRIMMEL: Die Politik muss sich jetzt langsam zu ihren plakativen Äußerungen bekennen. Wobei mir das Projekt zu sehr auf den KAC zugespitzt wird. Es geht hier schließlich um eine multifunktionale Halle für mehr als nur Eishockey.

INTERVIEW: GERALD POTOTSCHNIG

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