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Zuletzt aktualisiert: 14.05.2011 um 22:05 UhrKommentare

Finnland kämpft um zweites Gold

Finnlands 3:0-Halbfinalsieg gegen den Eishockey-Rekordweltmeister Russland, der erste Zu-Null-Erfolg bei dieser WM, die achte Endspielteilnahme - der Geniestreich von Mikael Granlund überstrahlte alles.

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Finnlands 3:0-Halbfinalsieg gegen den Eishockey-Rekordweltmeister Russland, der erste Zu-Null-Erfolg bei dieser WM, die achte Endspielteilnahme - alles wurde am Freitagabend überstrahlt von Mikael Granlunds Geniestreich, der den Finnen den Weg ins Finale gegen Schweden ebnete. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", stammelte Coach Jukka Jalonen. "In so einem Spiel so ein Tor zu schießen..."

Titel am Sonntag?

Dabei soll die Krönung erst am Sonntag (20:30 Uhr) folgen, wenn die Suomi im skandinavischen Duell nach ihrem zweiten WM-Gold greifen. Zum vierten Mal heißt die letzte Hürde Schweden, nur 1995 konnten sich die Finnen gegen die "Tre Kronor" durchsetzen - damals aber ausgerechnet im Finale in Stockholm (4:1). "Das wird ein tolles Spiel werden", versprach WM-Toptorjäger Jarkko Immonen. Werbung für Eishockey betrieben beide Teams zur idealen Zeit, 2012 und 2013 sind Finnland und Schweden Co-Gastgeber der WM.

Ähnlich souverän wie Finnland hatte sich auch Schweden gegen den Favoriten und Vorjahreschampion Tschechien durchgesetzt. Beim 5:2 entzauberte die Truppe von Coach Pär Marts Tschechiens Puck-Künstler um den erstmals blass gebliebenen Altstar Jaromir Jagr und ist nur noch einen Sieg vom neunten WM-Gold entfernt. "Wir freuen uns auf Sonntag", meinte Magnus Pääjärvi. "Wir haben immer gesagt, wir wollen Gold", erinnerte David Petrasek. "Dafür wurden wir belächelt. Ich hoffe, spätestens jetzt werden wir ernst genommen".

Gespannt sein darf man, ob Schwedens Konter-Taktik auch gegen die Finnen funktioniert. Zumal diese einen Jungen in ihren Reihen haben, der bereits alle verzauberte. Dem 19-jährigen Granlund gelang gegen die Russen das Tor des Jahres, als er im zweiten Drittel den Puck in voller Geschwindigkeit hinter dem Tor in die Höhe lupfte und elegant am perplexen Goalie vorbei ins Netz katapultierte. Granlund hatte den Stock allerdings sehr hoch geführt, nach Videostudium wurde das Tor jedoch gegeben.

"Ein unglaublicher Spieler", schwärmte Coach Jalonen von dem Youngster, der bald in der NHL in Minnesota zum Einsatz kommen dürfte, "man weiß nie, was er als nächstes tut. Er kann mit dem Puck alles machen". Teamkollege Jyrki Valivaara war ebenfalls hingerissen: "Erstaunlich! Ich habe zuvor nie gesehen, das er so etwas macht. Wir sind auf der Bank gesessen und haben alle gelacht. Er hat eine große Zukunft". Der russische NHL-Stürmer Alexander Owetschkin zog ebenfalls verbal seinen Hut vor dem Streich: "Das zählt zum Besten, das ich je in meiner Karriere gesehen habe".

Russland um Bronze

Russland bleibt nach drei WM-Finali in Serie nur das Match um Bronze. "Finnland war besser", gab Trainer Wjatscheslaw Bykow gewohnt einsilbig zu. Schon 2007 hatte der Coach im WM-Halbfinale in Moskau gegen Finnland verloren - eine seiner schlimmsten Pleiten. Gegen die Tschechen geht es am Sonntag um Revanche für das verlorene Endspiel vor einem Jahr in Deutschland und um die Ehre. Das Team von Trainer Alois Hadamczik galt nach den überragenden ersten Spielen als WM-Topfavorit, scheiterte aber im Schlussspurt.

"Wir haben individuelle Fehler gemacht und nicht so gespielt wie im bisherigen Turnier", beklagte der tschechische Coach.


Analysen

Kleine Zeitung-Redakteur Stefan Jäger analysiert für Sie die WM-Spiele der österreichischen Nationalmannschaft.

 


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