Ein Albtraum namens Norwegen
Ein Tor aus drei Spielen. So lautet die traurige Bilanz der Österreicher bei der WM. Im letzten Gruppenspiel im Grunddurchgang gegen Norwegen verliert das Team mit 5:0. Nun droht wieder der Abstieg.

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Sie trugen seltsame Gewänder und irrten umher. Wobei: Am Eis herrschte eigentlich vielmehr Stillstand. Staunend wurde Österreichs Nationalteam gestern zum geduldeten Zaungast einer Machtdemonstration norwegischer Eishockey-Entwicklung. Dem nach dem Match gegen Schweden zart aufkeimenden Pflänzchen der Hoffnung wurde von den Norwegern im entscheidenden Match der Gruppe C die Wurzel ausgerissen. Stürmer Oliver Setzinger fasst es nach der Niederlage in einem Satz zusammen. "Jetzt sind wir wieder da, wo wir hingehören."
Chaos
Warum den Österreichern in entscheidenden Spielen die Fähigkeit zu taktischer Disziplin versagt bleibt, ist eines der großen Rätsel von Titelkämpfen mit heimischer Beteiligung. Defensiv herrschte bei der Mannschaft von Bill Gilligan jedenfalls Chaos. Haarsträubende Stellungsfehler wechselten sich mit verlorenen Zweikämpfen ab. "Wir waren einfach zu nervös, nach den ersten Toren haben alle den Kopf verloren", glaubt der Trainer.
Bereits nach vier Minuten startete Martin Roymark allein auf Jürgen Penker. Der österreichische Goalie rettete. Es folgten sieben inferiore Spielminuten der Österreicher: Eerikki Koivu (7.), Ken Olimb (10.) und Per-Age Skroder (11.) schossen Norwegen zur 3:0-Führung. Auf österreichischer Seite war einzig Setzinger gefährlich vor dem norwegischen Schlussmann Lars Haugen aufgetaucht. Statt den Treffer zu erzielen, erhielten die Österreicher knapp vor dem zweiten Pausenpfiff das 0:4 durch Lars Spets. Anders Bastiansen (50.) sorgte für den 0:5-Endstand. Penker parierte einen Penalty.
Letzte Chance
Die Österreicher stehen damit in der Relegation gegen Lettland, Slowenien und Weißrussland. Bereits heute trifft man in Koice auf Weißrussland (16.15 Uhr), am Samstag steht in Bratislava (12.15 Uhr) das Duell gegen Slowenien auf dem Programm. Die Österreicher fliegen direkt nach der Begegnung mit Weißrussland in die slowakische Hauptstadt. Zum Abschluss geht es am Sonntag (20.15 Uhr) in Koice abschließend gegen Lettland. Nur einer der ersten beiden Plätze in der Vierer-Relegation sichert den Verbleib in der Erstklassigkeit.
Ob der angesichts der Leistungen gelingt, ist zumindest zweifelhaft. Slowenien zeigte gegen Russland eine starke Vorstellung, Lettland erwies sich für Finnland als ebenbürtiger Gegner. Weißrussland verfügt mit Andrej Kaszizyn und Michail Hrabouski über NHL-erfahrene Topstürmer.
Features
Relegationsspiele
- Donnerstag, 5. Mai: Weißrussland - Österreich um 16.15
- Samstag, 7. Mai: Österreich - Slowenien um 12.15
- Sonntag, 8. Mai: Lettland - Österreich um 20.15
Fotoserie
Fakten zum Spiel
Österreich - Norwegen 0:5 (0:3,0:1,0:1).
Kosice, 3.000, SR Odins/Piechaczek (LAT/GER).
Tore:
Koivu (7.), M. Olimb (10.), Holos (11./PP), Spets (40.), Bastiansen (50./PP).
Strafminuten:
19 plus Spieldauerdisziplinar Lakos bzw. 8.
Österreich:
Penker - Werenka, Trattnig; Unterluggauer, Schumnig; Ph. Lakos, R. Lukas, Altmann - Welser, Koch, Latusa; M. Raffl, Kaspitz, Th. Raffl; Rotter, Ph. Lukas, Setzinger; Hundertpfund, P. Harand, Reichel
Norwegen:
Haugen - Bonsaksen, Tollefsen; Holos, Ask; F. Koivu, Csiszar - Skröder, Roymark, Fredriksen; Spets, Bastiansen, M. Olimb; Hansen, Holtet, K.A. Olimb; Lorentzen, Martinsen, Forsberg; Laumann-Ylven















