Die letzte Chance
Die Österreicher können am Mittwoch gegen Norwegen (16.15 Uhr) den Kopf selbst aus der Relegations-Schlinge ziehen. Dazu ist ein Sieg in regulärer Spielzeit notwendig. Damit würde Österreich die punktegleichen Norweger noch überholen.

Foto © APARoland Kaspitz
Die Skandinavier gelten als "Kopie" des schwedischen Teams - wenn auch nicht ganz so spielstark. "Sie machen das Mitteldrittel gut zu und setzten auf Konter. Wir müssen die Scheibe tief in ihre Zone bringen und dort nachsetzen. Wenn wir die Zweikämpfe gegen sie gewinnen, gewinnen wir auch das Match", sagt Trainer Bill Gilligan.
Kopfsache
Der Turnierverlauf spricht für Österreich. Während sich das rot-weiß-rote Team von Bill Gilligan extrem steigert, fiel Norwegen ab. Nach dem Sensationssieg gegen Schweden gab es die Niederlage gegen die USA, wobei die Norweger 2:0 führten. "Ich hoffe, meine Spieler sind stark genug, um sich gegen die Österreicher wieder zu steigern", sagt Trainer Roy Johansen.
Lernfähigkeit
Die Österreicher haben vom Auftakt zum zweiten Spiel gegen Schweden vor allem taktisch extrem zugelegt. "Wir haben gut gespielt, jetzt müssen wir einfach noch die Chancen verwerten", sagt Teamstürmer Thomas Koch. Gemeinsam mit Videocoach Markus Kerschbaumer haben die Österreicher alle Norwegen-Spiele bis ins kleinste Detail analysiert.
Relegation
Sollte Österreich an Norwegen scheitern - von den letzten drei Duellen konnte Österreich nur eines gewinnen - geht es ab in die Relegation. In drei Spielen am Donnerstag (16.15 Uhr), Samstag (Bratislava, 12.15 Uhr) und Sonntag (20.15 Uhr) müssen zwei Siege und ein zweiter Platz in der Relegation her, um den Klassenerhalt zu schaffen. Der letzte Abstieg datiert aus dem Jahr 2009 in Bern. Da wurde man zwar Zweiter, Deutschland blieb aber als Veranstalter der WM 2010 erstklassig. Der letzte volle Erfolg in der Relegation datiert damit bereits aus dem Jahr 2000. Im letzten Spiel gab es einen 3:2-Sieg gegen die Ukraine.
Stimmungsschwankungen
Die Kritik vor dem Turnier verpuffte offenbar doch nicht ungehört. Die Ausrüstung der Teamspieler wurde deutlich verbessert, die Prämien für den Klassenerhalt deutlich angehoben. Auch Bill Gilligan schätzt den Zusammenhalt unter seinen Spielern hoch ein: "Okay, wir haben gegen die USA und Schweden verloren. Aber wir haben uns sehr gesteigert. Ich glaube, dass der Zusammenhalt im Spiel völlig stimmt." In die gleiche Kerbe schlug Stürmer Oliver Setzinger: "Die Mannschaft, die da ist, hat Herz und Kampfgeist. Es macht Spaß, mit ihnen zu spielen. Es soll heißen, die haben sich für ihr Land ihr Herz herausgespielt." Kritik gab es vom Lausanne-Legionär aber trotzdem: "Momentan sind wir das einzige Eishockey-Land der Welt, das stehen bleibt. Norwegen hat uns überholt."
Peinliches Kuriosum
Traurig, aber wahr - mit Markus Peintner steht im aktuellen rot-weiß-roten Aufgebot auch ein vertragsloser Stürmer. Vor allem die Punkteregel steht einem Engagement im Wege - Peintner wird in der Liga mit dreieinhalb Punkten bewertet, offenbar eine Hemmschwelle für die Klubs.














