Stadionstreit: Scheider wurde angezeigt
Anrainer zeigten Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch an. Ein Grund ist der vertraglich zwar zugesicherte, aber noch immer nicht umgesetzte Rückbau der Fußballarena.
Quelle © EXPA/Feichter Stadion-Anrainer zeigen Bürgermeister an
Das Klagenfurter Fußballstadion beschäftigt wieder die Justiz. Diesmal hat die Staatsanwaltschaft Bürgermeister Christian Scheider (FPK) im Visier. Dieser war von Stadion-anrainern im Dezember 2009 angezeigt worden. Gründe: der vertraglich zwar zugesicherte, aber noch immer nicht umgesetzte Rückbau der Fußballarena und die zweckentfremdete Nutzung, der als reines Fußballstadion gewidmeten Anlage. "Diese Anzeige ist zu Unrecht erfolgt. Die Vorwürfe sind völlig haltlos", sagt Scheider.
Freiluftderby war Auslöser
Auslöser für die Anzeige und die Ermittlungen durch das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) gegen Scheider war das Eishockey-Freiluftderby zwischen KAC und VSV am 9. Jänner dieses Jahres. Nach Ansicht von Anrainern, darunter Frank Frey (Landesparteisekretär der Grünen), darf im Stadion nichts anderes stattfinden als Fußballspiele. Auf "dringende Bitte" Scheiders, und weil man kein Spielverderber sein wollte, habe man das Derby nicht mittels einstweiliger Verfügung verhindert, so Frey. Da die Stadt aber keine Anstalten machte, mit dem Rückbau fristgerecht - ab 2009 - zu beginnen und sie das Stadion offenbar nicht nur für den bewilligten Zweck (Fußballspiele im Basisstadion mit rund 12.000 Besuchern) nutzen wolle, folgte die Anzeige. "Wir bewegen uns innerhalb aller Fristen und halten alle Bescheide ein. Das bestätigt uns der von uns beauftragte Gutachter", sagt Scheider.
Wie das Match Scheider - Anrainer ausgeht, entscheiden Justizministerium, Oberstaatsanwaltschaft Graz und Staatsanwaltschaft Klagenfurt in den nächsten Wochen. Derzeit liegt der Vorhabensbericht in Wien. Dort wird er, weil von besonderem öffentlichen Interesse, geprüft. Danach geht er nach Graz und nach erneuter Prüfung wieder nach Klagenfurt. Ob es zu einer Anklage gegen Scheider kommt oder die Anzeige niedergelegt wird, soll im Oktober feststehen.















