Alle sind zu sehr auf Vanek fixiert
Die Mitspieler suchen fast krampfhaft nach Thomas Vanek und spielen fast nur ihn an. Das funktioniert nicht. Ex-Eishockeyspieler Peter Znenahlik analysiert die Graz 99ers.

Foto © GEPAFür Thomas Vanek läuft es in Graz noch nicht ganz nach Wunsch. Dafür gibt es mehrere Ursachen
Trotz Thomas Vanek gab es die zweite 99ers-Niederlage in Folge. Das hat mehrere Gründe. Einer ist der Gegner. Die Linzer Spielweise liegt Graz gar nicht. Die 99ers leben von intensivem, körperbetontem Eishockey - die Linzer sind darauf aber nicht eingestiegen. Sie sind ein technisch starkes Team und haben das Grazer Körperspiel clever entschärft. So kamen die Steirer nie richtig zur Geltung.
Darum hat das Match auch bei Weitem nicht so intensiv gewirkt, wie das gegen Zagreb eine Woche davor. Die Kroaten haben nämlich voll dagegen gehalten, Linz hat eher Tempo herausgenommen. Aber obwohl das überhaupt nicht das ist, was die 99ers mögen, haben sie immerhin einen Punkt geholt. Das darf man auch nicht vergessen.
Ein weiterer Grund sind die vielen ungenutzten Powerplay-Möglichkeiten. Zum einen lag das an den Grazer Verteidigern, die auf der blauen Linie ideen- und variantenlos agiert haben. Zum anderen, und da kommen wir zum entscheidenden Punkt, wird immer nahezu krampfhaft nach Thomas Vanek gesucht, wenn er auf dem Eis ist. Das hat einen doppelt negativen Effekt. Zum einen werden besser postierte Spieler nicht angespielt, zum anderen bekommt Thomas so zu viel Aufmerksamkeit. Von den eigenen Mitspielern und automatisch auch vom Gegner.
Dadurch hat zwar immer irgendwo ein anderer viel Platz, aber das bleibt ungenutzt. Dafür bekommt Vanek auch in Situationen die Scheibe, in denen er wenig damit anfangen kann. Man müsste ihn so einsetzen, wie er am besten ist. Als eiskalten Vollstrecker oder als genialen Assist-Geber. Dass er auch das kann, hat er mit dem Super-Pass zum 2:1 gezeigt. Aber Spielmacher, den man schon im Mitteldrittel anspielt, ist Vanek eben keiner.
Features
Zur Person
Peter Znenahlik (48) ist ehemaliger Eishockey-Profi & -Trainer und war zudem 93-facher Teamspieler.
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99ers testen Stürmer
99ers-Trainer Mario Richer will die neue Try-out-Regelung (bis Mitte November dürfen beliebig viele Spieler getestet werden - auch in der Meisterschaft) ausnützen. Darum holten die Grazer mit dem 31-jährigen US-Stürmer Trevor Frischmon einen weiteren Testpiloten. Sollte er allerdings in der Liga eingesetzt werden, müsste vorher ein anderer Spieler abgemeldet werden. Am Sonntag in Ungarn ist Frischmon jedenfalls noch nicht dabei.














