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Zuletzt aktualisiert: 05.09.2012 um 22:11 UhrKommentare

Solides Wirtschaften ist auch etwas wert

Am Donnerstag startet die heimische Eishockey-Liga. Die Graz 99ers werden wohl nicht ganz vorne mitspielen, machen aber zumindest keine finanziellen Experimente. Eine Analyse von Peter Znenahlik.

Kann Guillaume Lefebvre nach dem Zehenbruch schon spielen?

Foto © GEPAKann Guillaume Lefebvre nach dem Zehenbruch schon spielen?

Es wird wieder einmal keine einfache Saison für die 99ers, die erneut zahlreiche Neuzugänge in die Mannschaft integrieren müssen, und das dauert meist seine Zeit. Sehr lobenswert ist es allerdings, dass jetzt scheinbar wirklich versucht wird, junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs einzubauen. Kevin Moderer, Zintis Zusevics und Rupert Strohmeier haben in der Vorbereitung schon fix gespielt. Man hätte ihnen zwar auch schon ein, zwei Jahre früher mehr Eiszeit geben können, ja müssen, aber besser spät als nie.

Zumindest ist man schon einmal auf dem richtigen Weg. Wobei man erst abwarten muss, wie es weitergeht. Was passiert, wenn sich ein Stammspieler verletzt? In den letzten Jahren hat man dann weitere, billige Ausländer dazugeholt. Jetzt sollte man in so einem Fall unbedingt die Jungen nachrücken lassen.

Goalie Cloutier zu halten war auch eine richtige Entscheidung, denn er ist ein guter Mann. Andere starke Spieler der letzten Saison musste man hingegen ziehen lassen. Aber wenn man nicht in der Lage ist, Topgehälter zu zahlen (wie etwa der KAC, Salzburg und Wien), dann ist es eben schwer, den Stamm der Leistungsträger zu halten. Das soll jetzt aber keine Kritik sein, nur eine Erklärung. Denn solides Wirtschaften ist langfristig wichtiger als der kurzfristige Erfolg.

Viele kritisieren völlig zu Recht Vereine, die mehr ausgeben, als sie einnehmen. Wer das tut, muss dann aber auch zu einem Klub wie den 99ers stehen, der verantwortungsvoll mit seinem Budget umzugehen versucht. Die Grazer sind wenigstens nicht in Konkursgefahr - dafür garantiert Präsident Pildner-Steinburg, und dafür sollte man auch einmal dankbar sein. Denn der Präsident ist ein Garant dafür, dass es weiter Spitzeneishockey in Graz zu sehen gibt und dass die 99ers zu einem Fixbestandteil der Bundesliga geworden sind. Das ist ja auch etwas wert.

Man sollte also nicht sofort den Stab über eine Mannschaft brechen, die wohl nicht auf Anhieb ganz vorne mitspielen kann. Denn man weiß ja, dass das Budget nicht annähernd so hoch ist, wie anderswo. Was jetzt aber natürlich auch nicht heißen soll, dass man jedes Mal mit Platz zehn zufrieden sein muss. Man muss schon versuchen, das Maximum herauszuholen - aber eben im Rahmen der Möglichkeiten.


Zur Person

Peter Znenahlik (48) ist ehemaliger Eishockey-Profi & -Trainer und war zudem 93-facher Teamspieler.

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