99ers-Lichtblicke stellen Ärger in den Schatten
Die 99ers sind erneut gescheitert, aber im Klub ist es erstaunlich ruhig. Nur wenig böse Worte, weil ein zartes Pflänzchen Hoffnung sprießt.

Foto © GEPA
Es ist wieder einmal so weit. Eine 99ers-Saison ist viel zu früh zu Ende gegangen, "vergeigt" haben es die Grazer eindeutig selber, nur dass es diesmal weniger Wehklagen und Ärger als sonst zu geben scheint. Der Nachgeschmack ist etwas weniger bitter als in den Jahren zuvor. Wir ziehen hiermit Bilanz und versuchen zu ergründen, wieso das so ist.
Das Budget. Die Gelder für Spielergehälter wurden vor Saisonbeginn drastisch reduziert. Von bis zu 40 Prozent weniger war die Rede. Angesichts dessen schrumpfte wohl auch die Erwartungshaltung. Kaum jemand rechnete mit großen Überraschungen. Die saloppe präsidiale Prognose "Sechster werden kann man auch so" ging allerdings voll daneben - am Ende war man Vorletzter. Trotzdem gab es Hochspannung bis zum Schluss und der Siebente hatte nur einen Zähler mehr.
Das Saisonziel. Zu Saisonbeginn sagte Präsident Pildner-Steinburg (abgesehen vom oben zitierten, markigen Sechster-Sager) wörtlich: "Es gibt kein fix formuliertes Ziel. Wir wollen unterhaltsames Hockey bieten und schaffen es hoffentlich ins Play-off." Das mit der Unterhaltung funktionierte teilweise ganz gut, das mit dem Play-off dafür nicht.
Die Mannschaft. Nicht alles lief optimal, aber es gab Lichtblicke. Zu Weihnachten wurde plötzlich der Schalter umgelegt und es lief. Für einige Wochen waren die 99ers plötzlich das beste Team der Liga. Die Pleiten gegen den Letzten im entscheidenden Moment machten alles wieder zunichte, doch es bleibt ein Hoffnungsschimmer. Das Team sollte nicht wieder komplett umgemodelt werden. Punktuelle Änderungen sind aber nötig, einige Legionäre sind nur Mitläufer.
Der Trainer. Mario Richer hat den 99ers wieder Leben eingehaucht. Er erwies sich als gute Wahl. Kritikpunkt: Während die Konkurrenz auf vier Linien setzt, probierte er es meist mit drei. Fehlte deswegen im Finish die Kraft?
Die Fans. Mannschaft und Trainer schafften es mit dem Jahreswechsel, die Fans aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Zum letzten Heimspiel kamen fast 4000. Im Jahr davor waren im Play-off nur 2400 im "Bunker". Bis Weihnachten war es allerdings eine Saison zum Vergessen.
Der Nachwuchs. Das Versprechen, mehr Junge einzubauen, wurde nur seltenst gehalten. Das muss sich ändern, wie auch der Präsident zugibt (siehe Interview).

















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