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Zuletzt aktualisiert: 14.12.2010 um 08:12 UhrKommentare

Harry Lange: Fuß gebrochen, aber trotzdem weiter am Eis

Das ist wahre Härte, die es so wohl nur beim Eishockey gibt. 99ers-Kapitän Harry Lange ließ sich auch von einem Knochenbruch nicht stoppen und spielte die Partie zu Ende. Gips lehnte er ab.

Was genau im Fuß gebrochen ist, weiß Lange gar nicht

Foto © Sabine HoffmannWas genau im Fuß gebrochen ist, weiß Lange gar nicht

Eishockeyspieler sind als "wilde Hunde" bekannt. Falls es dafür noch eines Beweises bedurft hat, dann hat ihn Harry Lange am Sonntag beim 5:2-Sieg der 99ers über Linz geliefert. Er trieb das Sprichwort, dass ein Kapitän mit gutem Beispiel vorangehen solle, auf die Spitze. Im zweiten Drittel warf sich der 27-Jährige in Unterzahl in einem mächtigen Schlagschuss, wurde am Schlittschuh voll getroffen und konnte sich danach kaum auf den Beinen halten. Dennoch blieb er mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Eis, wechselte erst, als es die Situation zuließ.

Da der Centerstürmer aber schon beim nächsten Wechsel wieder einlief und das Match auch zu Ende spielte, dachte zunächst niemand an eine gröbere Verletzung. Erst nach der Partie kam Verdacht auf und gestern stellte sich heraus, dass er sich nach eigenen Worten "irgendwas an der Fußwurzel in der Nähe des Knöchels gebrochen hat." Trotz Knochenbruch hielt er also noch gut 30 Spielminuten durch - das gibt es in anderen Sportarten wohl nur äußerst selten.

Ob er während des Spiels gar nichts gespürt habe? "Doch, es tat höllisch weh. Aber solange es noch im Schuh fixiert ist, geht es. Dazu das Adrenalin. Eigentlich wollte ich ja nur ein, zwei Wechsel probieren, ob es wieder geht. Aber als dann Patrick Harand für zehn Minuten auf die Strafbank musste, wollte ich nicht auch noch ausfallen. Da habe ich durchgebissen, obwohl ich nur noch mit dem rechten Fuß Tempo machen konnte und dadurch eigentlich nur im Kreis gefahren bin", erzählt Lange.

Der Arzt wollte ihm einen Gips verpassen, doch der Kapitän winkte ab, nahm nur Krücken: "Eine Woche ist jetzt ohnehin Länderspielpause, und wenn ich den Fuß nicht belaste, hoffe ich, dass ich bis 26. Dezember wieder spielen kann. Mit Spritze natürlich. Im Vorjahr habe ich auch schon mit einem ähnlichen Bruch gespielt." Wahrlich "wilde Hunde", diese Hockey-Cracks.

ALEXANDER NIGGAS

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