Zahn um Zahn
Die Cracks der 99ers haben Mut zur Lücke: Einen verliert man immer. Grazer Zahnärzten bereiten die dankbaren Patienten viel Freude.

Foto © Scheriau/KanizajVerteidiger-Reihe: Moderer, Kimbacher und Brunnegger - "einen Zahn verlierst du immer"
Eishockey ist ein harter Sport, aber mit all dem, was wir anhaben, tust dir kaum einmal weh", weiß Mark Brunnegger. "Aber wenn, dann ordentlich", reicht der Grazer Stürmer der 99ers nach. Probleme mit den Adduktoren? Normal! Prellungen? An der Tagesordnung! Aber Frakturen passieren meist dort, wo die harten Hunde mit Biss die größte Schwachstelle haben - bei ihrem Zahnpastalächeln.
Eins (links oben), zwei oder drei - auch wenn das Bild schief ist, die Schneidezähne sind die Achillesferse der Eishackler. "Einen verlierst du immer", ist Brunnegger sicher. Das Gebiss eines Profis überlebt die Karriere kaum ohne Hals- und Wurzelbruch. Verteidiger Sven Klimbacher: "Ein Eckerl oder der halbe Zahn fehlen bald einmal." Ihm wie auch Brunnegger hat ein Gegenspieler mit dem Schläger einen ausgeschlagen.
Kieferbruch, doppelt
Bei Kevin Moderer ist der Einser rechts oben kaputt, steht aber wie eine Eins. Ein gegnerischer Ellbogen hat ihm einen doppelten Kieferbruch zugefügt: "Als die Ärzte den gerichtet haben, sind sie draufgekommen, dass der Zahn abgestorben ist." Doch solange er hält, passt alles.
Gleich zwei prominente Zahnärzte stehen bei den 99ers auf der Notfallsliste, erzählt Silvia Priversek vom 99ers-Vorstand. Thomas Izi Maresch, selbst jahrelang beim GSV im Eishockeytor, ist einer davon. Er ist überzeugt, dass der Sport heute viel härter ist: "Das Geld, der Druck - es ist brutaler geworden. Spieler verletzen einander absichtlich." Und Maresch verpasst ihnen dann Brücken, Implantate, Teilprothesen: "Die Kanadier haben alle Prothesen." Quadratisch, praktisch gut. Die nehmen sie fürs Spiel raus und tun sie nachher wieder rein.
"Die meisten lassen sich ihre angeknacksten Zähne vor Karriereende gar nicht ganz richten", plaudert der zweite Grazer 99ers-Zahnarzt, Wolfgang Müller, aus der Praxis. Aber wenn, dann seien sie gut für den Geschäftsgang, meint er augenzwinkernd: "Einmal habe ich einem Grazer Profi eine Keramikkrone gemacht. Beim nächsten Spiel haben sie ihm die beim Bully schon wieder rausgeschossen." Auf ein Neues!
Die Wurzel allen Übels ist aber, "dass viele Profis ihren Zahnschutz nicht nehmen", meint Izi Maresch. Der weiche Kunststoffschutz könne Stockschläge doch entschärfen. Aber geht es hart auf hart, hilft auch kein Zahnschutz mehr, bleiben die Cracks realistisch: "Wennst die Scheibe frisst, is eh alles hin."













