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Zuletzt aktualisiert: 19.04.2010 um 09:45 UhrKommentare

Ein Mann, ein Team

Bill Gilligan soll das Eishockey-Nationalteam in Tilburg zurück in die A-Gruppe führen. Die Frage ist, ob Österreich dort hingehört? Los geht's am Montag um 17 Uhr gegen Serbien.

Bill Gilligan

Foto © GEPABill Gilligan

Der Auftrag scheint nur auf den ersten Blick einfach. Bill Gilligan muss das österreichische Eishockey-Nationalteam zurück in das Konzert der besten 16 Mannschaften der Welt führen. In Tilburg, einer Stadt von 200.000 Einwohnern im niederländischen Nordbrabant, soll ab Montag bei der bis Sonntag dauernden Weltmeisterschaft der Division I die Rückkehr besiegelt werden.

Doch damit beginnt schon die Krux. Denn eine Frage hat sich Gilligans Auftraggeber, der heimische Eishockey-Verband, offenbar nicht gestellt: Ist Österreich derzeit wirklich eine A-Nation? "Jein" müsste die Antwort korrekterweise lauten. Der internationale Verband (IIHF) führt das rot-weiß-rote Team in seiner Rangliste an 14. Stelle und siedelt es damit - wenn auch am Ende der Nahrungskette - im Konzert der Großen an.

Mangelt an allen Ecken und Enden

Doch die Realität sieht anders aus. Seit fünf Jahren lebt das Team im Fahrstuhl. Ausgerechnet bei der Heim-WM 2005 stieg man ab, 2006 gelang in Estland der Wiederaufstieg, 2007 in Moskau ging es erneut nach unten, 2008 in Innsbruck wieder hinauf, um 2009 in Bern wieder relegiert zu werden, da Deutschland als Veranstalter der A-WM 2010 nicht absteigen konnte. Die Existenz als sportliches Jo-Jo lässt sich schon lange nicht mehr nur im schroffen Leistungsgefälle zwischen A-Gruppe und der Division I begründen.

Das Problem ist hausgemacht. Das weiß auch Gilligan und spricht es aus: "Nicht alle Teamspieler haben das Niveau für die A-Gruppe." Was Gilligan nur vorsichtig ausspricht: Es mangelt an allen Ecken und Enden. Der U20-Nachwuchs hat auf A-Niveau noch kein Spiel gewonnen, das U18-Team unterlag vor wenigen Tagen bei der WM der Divison I in Dänemark Japan und Korea nicht unbedingt Großmächten des Welt-Eishockeys.

Es sind nur Symptome eines Systems, das in der heimischen Punkteregelung gipfelt und - im Gegensatz zu ähnlich großen Eishockey-Nationen wie der Schweiz - das Niveau des Nationalteams seit Jahren stagnieren lässt. Gilligan, der die Graz 99ers aus dem Liga-Keller auf den ersten Platz des Grunddurchgangs führte, wird zugetraut, dies unter anderem mit Erfahrung, Charisma und Psychologie zu kaschieren und die Mannschaft erneut nach oben zu führen.

Zumindest der Auftaktgegner Serbien (17 Uhr, live auf ORF Sport+) dürfte dabei keine Hürde sein. Spätestens gegen Japan am Donnerstag wird es aber ernst, bevor es zum projektierten "Endspiel" um den Aufstieg mit der Ukraine kommenden Sonntag kommen wird.

STEFAN JÄGER, TILBURG

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Roland Kaspitz droht für das Match gegen Serbien auszufallen, den Mittelstürmer erwischte ein Magen-Darm-Virus.

Im Tor beginnt Reinhard Divis, als zweiter Tormann wurde Bernd Starkbaum nominiert. Fabian Weinhandl sitzt auf der Tribüne und rückt nur im Verletzungsfall eines Goalies in das Aufgebot.

Infos:

Es spielt jeder gegen jeden, bei Punktegleichstand zählt das direkte Duell. Nur der Turniersieger steigt auf.

Montag (19. April): Litauen - Ukraine (13.30 Uhr), Serbien - Österreich (17), Niederlande - Japan (20.30).

Dienstag (20. April): Österreich - Litauen (13.30 Uhr), Japan - Serbien (17), Ukraine - Niederlande (20.30).

Donnerstag (22. April): Ukraine - Serbien (13.30), Japan - Österreich (17), Litauen - Niederlande (20.30).

Samstag (24. April): Ukraine - Japan, Serbien - Litauen (17), Österreich - Niederlande (20.30).

Sonntag (25. April): Japan - Litauen, Niederlande - Serbien (17), Österreich - Ukraine (20.30).

Fakten:

Im TV: Der ORF überträgt alle fünf Österreich-Spiele live auf ORF Sport+.

Tickets: Über die WM-Homepage (http://wc2010.ijshockey.com). Nur das Österreich-Match gegen Holland ist bereits ausverkauft.

Tilburg: Liegt in der niederländischen Provinz Nordbrabant, 120 km südlich von Amsterdam. 200.000 Einwohner.

Halle: Gespielt wird im "IJssport- zentrum Tilburg". Erbaut in den 90er-Jahren, Kapazität 2500 Fans, bei der WM soll sogar Platz für an die 3000 Zuschauer sein.

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