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Zuletzt aktualisiert: 29.02.2008 um 18:55 Uhr

Todd Elik, das Genie und der Wahnsinn

Das "enfant terrible" der Erste Bank Eishockeyliga unterschrieb Freitag in Laibach einen Vertrag bis 2009 - eine Entscheidung mit Fragezeichen.

Todd Elick verlängerte seinen Vertrag bei Laibach bis 2009

Foto © GEPATodd Elick verlängerte seinen Vertrag bei Laibach bis 2009

Todd Elik als wankelmütig zu bezeichnen, würde seinem komplexen Charakter nicht gerecht werden. Der Mann gilt schlichtweg als das Sinnbild von Genie und Wahnsinn auf Kufen. Als Olimpija Laibach den bald 42-Jährigen im Jänner als Retter in die Not für Zwischenrunde und Play-off holte, galten die Slowenen primär als überalterte Rentnermannschaft. Zwei Monate später hat sich die Ansicht auf geheimer Titelanwärter gewandelt. Den KAC führten Elik & Co. im Viertelfinale geradezu vor, gegen die Black Wings glichen die Slowenen ihre Halbfinalserie zuletzt auf 1:1 aus. Neuauflage: morgen.

Genialer Einfädler. Kaum einer zweifelt daran, dass der Höhenflug von Olimpija Laibach, einer Mannschaft die zwischenzeitlich nur noch in den dunklen Ecken des Erste Bank Eishockeyliga-Tabellenkellers zu finden war, weitestgehend mit dem Engagement des kanadischen "enfant terrible" Todd Elik zusammenhängt. Auf dem Eis gilt der aus der 1800-Seelen-Gemeinde Brampton (Ontario) stammende Mittelstürmer als genialer Einfädler, wenn notwendig eiskalter Vollstrecker aber vor allem als unglaublich eleganter Eisläufer. Eigenschaften die Elik in 448 NHL-Spielen immerhin 329 Punkte erzielen ließen.

Geniestreiche und Exzesse. In der Schweiz, wo Elik neun Jahre in den Nationalligen A und B verbrachte, löst alleine der Name wilde Emotionen aus: Von "unfairster Spieler aller Zeiten" bis "Genie auf Kufen" reicht die Bandbreite. Kein Wunder: Mit sieben Punkten im alles entscheidenden Spiel schoss Elik sein Team Langnau dort praktisch im Alleingang in die oberste Spielklasse der Eidgenossen. Nur um das selbst errichtete Denkmal mit Alkoholexzessen und wüsten Beschimpfungen von Gegnern und Schiedsrichtern wieder einzureißen. Schlagzeilen machte Elik auch, als er aktuellem Laibach-Trainer) Mike Posma mitten in der Play-off-Serie betrunken in einem Auto erwischt wurden, das Posma lenkte.

Vertrag verlängert. Auch in Innsbruck blieb Elik seiner Linie treu - beschimpfte Trainer und Mitspieler. Bei Olimpija Laibach scheint Elik - der Freitag bis 2009 verlängerte - eine neue Heimat gefunden zu haben. Dass die Fans des Vereins, der deshalb mit 1500 Euro Geldstrafe belegt wurde, als ebenso leidenschaftlich wie undiszipliniert gelten, ist da für das störrische Genie nur passend.

STEFAN JÄGER

Zur Person

Todd Elik wurde am 15. April 1966 in Brampton, Ontario, Kanada geboren.

Der 1,88 Meter große und rund 90 Kilogramm schwere Elik legte sich früh auf die Position des Mittelstürmers fest.

Seine Profikarriere begann Elik bei den Colorado Rangers wo er bereits in seiner ersten Saison 100 Punkte erzielte.

Sein NHL-Debüt gab Elik für die Los Angeles Kings, weitere Stationen in der NHL waren die Minnesota North Stars, Edmonton Oilers, San Jose Sharks, St. Louis Blues und Boston Bruins.

Danach wechselte er zuerst nach Langnau (SUI) und Innsbruck.

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