Adler im Sturzflug
Krisengipfel beim VSV: "Capo" Mion und Trainer Greg Holst knöpften sich die Legionäre Bousquet, Gauthier, Scoville vor. Alle bleiben!

Foto © GEPAAuch Bousquet musste sich dem "Sechs-Augen-Gespräch" stellen
Es war fast wie ein Tribunal: Vorne hockten die "Richter" (Giuseppe Mion, Greg Holst). Die "Beschuldigten" Dany Bousquet, Daniel Gauthier und Darrel Scoville wurden einzeln in den VIP-Raum der Villacher Eishalle gerufen. Der sportliche Vorwurf der VSV-Führung: Mangelnde Leistung, (derzeit) fehlende Teamfähigkeit, null Punkte in den bisherigen Platzierungsspielen. Das "Strafausmaß" stand bereits fest.
Schuldspruch blieb aus. Mion war drauf und dran, sein (zuletzt nicht) bewährtes Legionärstrio, dem der VSV in den vergangenen Jahren so viele tolle Erfolge zu verdanken hat, noch vor dem nächsten EBEL-Match ausländischen Vereinen anzubieten. Gauthier wurde schon mit dem italienischen Erstligisten Pontebba in Verbindung gebracht. Ein "Schuldspruch" blieb vernünftiger Weise aus. Scoville, Gauthier und Bousquet bleiben beim VSV, versicherten hundertprozentige Loyalität und Einsatzwillen. "Wir haben mit jedem Einzelnen alle kritikwürdigen Punkte diskutiert, es sind auch harte Worte gefallen", berichtete Holst nach den drei "Sechs-Augen-Gesprächen".
Große Erleichterung. "Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen. Ich bin sehr froh, dass wir in diesen wichtigen Aussprachen viele Probleme analysieren und vermutlich auch lösen konnten". Sofort nach dem bereinigenden VSV-Gewitter nahm die Mannschaft die Forderung der Vereinsleitung auf "Verstärkung des Teamgeistes" wörtlich. Die VSV-Cracks gingen geschlossen in den Fellacher Gasthof "Jedermann" auf einen Umtrunk. Sportlich? Es fehle es im Moment auch am Glück, findet Holst: 1:2 in Salzburg, 4:5 gegen Jesenice, 3:4 in Wien. Woran´s wirklich hapert: Miserables Powerplay und völliges Fehlverhalten in der Defensive. "Aber wir kommen zurück", ist Kapitän Mike Stewart überzeugt.
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