Gold für die Gescheiterten
Die Kanadier hatten in Moskau die wenigsten auf ihrer Rechnung - und jetzt sind sie nach dem 4:2-Sieg über Finnland Eishockey-Weltmeister.

Foto © ReutersJubel bei den "Ahornblättern"
Nicht aus Ehrerbietung den Gastgebern gegenüber hatten die meisten Experten auf die Russen als neuen Weltmeister getippt. Doch die scheiterten im Semifinale an Finnland, mussten sich mit Bronze begnügen. Das Finale war lange Zeit eine klare Angelegenheit der Kanadier, die den Grundstein zum 24. WM-Titel gegen die Finnen mit zwei Powerplay-Toren im ersten Drittel legten. Als sie glaubten, im Schongang zu Gold zu kommen, kam die Finnen noch auf 2:3 heran, doch Rick Nash machte mit dem 4:2 und seinem sechsten WM-Tor alles klar.
Höhepunkt.
Wie bekannt, bewegt sich im Mutterland des Eishockeys die Saison gerade auf den Höhepunkt zu, den Play-offs zur Kür des Stanleycup-Siegers. Glücklich, wer noch im Wettbewerb ist - aus dem Kreis der Gescheiterten wurde wie üblich das Aufgebot für die WM rekrutiert. Es waren deshalb nicht die prominentesten Spieler in Moskau, aber auch keine zweitklassige Truppe.
NHL.
21 Mann hoch vom neuen Weltmeister sind in der NHL engagiert. Ihre Gesamtlohnsumme beträgt immerhin 33,722.622 Dollar. Wie üblich war die kanadische Erfolgsmission von viel Improvisation umweht. So hatte der Kader vor dem ersten WM-Spiel nur zwei Mal zusammen trainiert, die meisten Spieler sind außerdem mit ihren Familien (oder Partnerinnen) nach Moskau gekommen. Mannschaftsinterne Verhaltensregeln wie Nachtruhe oder Ausgangszeiten gab es nicht. "Wir haben keine Regeln, aber man muss sich daran halten. Schließlich sind wir alle Profis", erläuterte Trainer Andy Murry, der die kanadische Truppe bereits 1997 und 2003 zum WM-Titel geführt hatte. Mit langer Leine klappte es gestern erneut.
Features
Fotoserie
Ergebnisse
Finale:
Kanada - Finnland 4:2 (2:0, 1:0, 1:2)
Tore: Nash (7./PP, 59.), Eric Staal (14./PP), Armstrong (30.) bzw. Kontiola (52.), Miettinen (58.)
Spiel um Platz 3:
Russland - Schweden 3:1 (2:0, 1:0, 0:1)
Tore: Emelin (7./SH), Zinowiew (10.), Frolow (22./PP) bzw. Steen
(49./PP)












