Halle ohne Zukunft
Gutachter prüfen Liebenauer Eishalle. Sanierung, Aufhebung des Denkmalschutzes oder kompletter Neubau - bis 2017 soll in Graz in jedem Fall eine neue Halle stehen.

Foto © GEPADie Zukunft des Liebenauer Eisstadions ist einmal mehr ungewiss, jetzt sind Gutachter am Zug
Es war nicht die beste Saison der 99ers. Und schon gar nicht das beste Jahr ihrer Heimstätte. Schon im Winter kritisierte 99ers-Präsident Jochen Pildner-Steinburg den Zustand des 4000 Plätze fassenden Stadions und drohte mit dem Auszug der Eishockey-Cracks (G7 berichtete). Vergangenen Dienstag fand auf Initiative Bürgermeister Siegfried Nagls eine neuerliche Begehung statt. Diesmal war auch der oberste Denkmalschützer der Steiermark, Landeskonservator Christian Brugger, dabei. Und auch er war alles andere als begeistert vom "Bunker".
"Das 1963 erbaute Stadion ist ein toller Bau. Aber für die heutige Sportnutzung ist es kaum noch verwendbar. Die Eishalle hat einfach kein Entwicklungspotenzial mehr." Die Architektur als solche sei zwar nicht geschädigt, "aber das denkmalgeschützte Dach macht Sorgen. Es ist nun Sache der Gutachter, wie sie die Lage beurteilen. Wir haben jedenfalls keine Lösung gefunden."
Will man den Spielbetrieb jedoch aufrechterhalten, muss etwas unternommen werden. Dessen ist man sich auch im Rathaus bewusst. Dort bastelt Sportstadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg ja seit Monaten an Varianten.
Sportliches Großereignis
"Wir haben die älteste Eishalle Österreichs, die Frage ist also, ob eine Sanierung wirtschaftlich ist und überhaupt zeitgerecht über die Bühne gehen kann." Denn die Stadt hat sich bekanntlich ein zeitliches Limit für die neue Eishalle gesteckt: 2017 will man gemeinsam mit Schladming die Special Olympics Weltwinterspiele austragen. Für Eiselsberg steht jedenfalls fest: "Ob vor Ort oder anderswo - es muss sich etwas tun. Graz braucht eine Eishalle."
99ers-Präsident Jochen Pildner-Steinburg sieht das naturgemäß genauso: "Aber es muss nun auch mit Tempo etwas passieren, sonst heißt es für den Eishockeysport in Graz: finito." Ende August habe er deshalb einen Termin mit Wolfdieter Dreibholz, dem Vorsitzenden der Grazer Altstadtsachverständigenkommission, "und ich weiß auch, dass der Bürgermeister auf eine Entscheidung drängt". Wie die aussehen kann? "Alles ist möglich. Aber ich frage mich schon, warum das Dach unter Denkmalschutz stehen muss. Und diese Frage wird derzeit auch unter Experten erörtert." Also vielleicht doch ein "Denkmalsturz" und ein Komplettumbau auf Kosten des alten Gebäudes?
"Ob es wirklich sinnvoll ist, die Eishalle zu sanieren oder gleich etwas ganz Neues zu bauen", so Eisel-Eiselsberg, "müssen andere entscheiden."
Features
Denkmalschutz
Laut interner Denkmaldatenbank des Bundesdenkmalamtes befinden sich in Graz derzeit 3.893 unter Schutz stehende Objekte oder denkmalwürdige, die jedoch nicht unter Schutz stehen. Per Feststellungsbescheid stehen in Graz 459 Objekte unter Schutz, per Verordnung nach §2a 388.
46 Objekte haben eine Teilunterschutzstellung (etwa nur Fassade oder Gebäudeteile wie z. B. der Schanzlwirt).
Negativ §2a gibt es 340 (d. h. das sind Objekte, die im öffentlichen Eigentum stehen, aus dem Schutz entlassen und/oder kein Denkmal sind oder bei denen ein Totalverlust zu beklagen ist.
















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