Ein Österreicher greift nach dem Stanley Cup
Als erster Österreicher steht der Eishockeyspieler Andreas Nödl im Finale der besten Liga der Welt. Die Philadelphia Flyers spielen gegen die Blackhawks um den Stanley Cup.

Foto © APAndreas Nödl im Trikot der Flyers (links)
Es muss ein merkwürdiges Gefühl sein, Geschichte durch bloße Anwesenheit zu schreiben. Doch genau dieses Kunststück wird Andreas Nödl in der Nacht von Samstag auf Sonntag gelingen. Erstmals steht das Team eines österreichischen Eishockeyspielers im Finale der NHL. In einer Serie über maximal sieben Spiele wird zwischen Nödls Philadelphia Flyers und den Chicago Blackhawks der Gewinner des Stanley Cups ermittelt. So weit, so hart.
Auswanderer
Neben der nach dem Sieger stellt sich noch eine weitere Frage: Wer, mit Verlaub, ist Andreas Nödl? Bislang flog der 23-jährige Flügel großteils schlichtweg unter dem Radar der breiteren Eishockey-Öffentlichkeit. Und das, obwohl der Wiener seinem Landsmann Thomas Vanek im nordamerikanischen Nachwuchs nur wenig nachstand. Vanek, der bis 2002 für die Sioux Falls Stampede spielte, lotste 2004 den damals 17-Jährigen ebenfalls zur Mannschaft nach South Dakota. Zwei Jahre später war Nödl Torschützenkönig und wurde von den Flyers an 39. Stelle im NHL-Draft, dem Sammelbecken für Nachwuchstalente, ausgewählt.
Nach weiteren zwei Jahren an der Universität von St. Cloud wechselte Nödl 2007 in das Profilager, 2008 folgte die NHL-Premiere. Bislang musste Nödl allerdings meist für die Adirondack Phantoms, die Philadelphia-Filiale eine Liga tiefer in der AHL, ans Werk. Für das Play-off holten ihn die Flyers aber wieder in die NHL. Der durch harte Arbeit an das Charakterfach Gewöhnte wird auf seinen nächsten Auftritt allerdings noch ein wenig warten müssen: Nödl dürfte am Samstag nur auf der Tribüne sitzen.













