Weit weg von einer neuen Strategie
Das Semifinale - für die Vienna Capitals eine Hürde, über die sie nicht hinwegkommen.

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Für die Kärntner Eishockeyfans dürfte es nur ein schwacher Trost sein: Dass KAC und der VSV im Bundesliga-Viertelfinale mit Salzburg bzw. Linz an jenen Klubs gescheitert sind, die nunmehr das Finale bestreiten. Eine Paarung, mit der kaum ein Experte gerechnet hatte, schließlich stand die Tür zum Finale für die Vienna Capitals bereits sperrangelweit offen. Mit 3:0 hatten sie in der Serie gegen den Außenseiter geführt, um dann mit 3:4 die Segel, pardon Eisschuhe und Schläger, zu streichen. Das hat noch kein Team in der österreichischen Eishockey-Historie geschafft.
Enttäuschungen im Eishockey werden in Wien immer mehr zur schlechten Gewohnheit. Fünf Mal hintereinander scheiterten die "Caps" nun bereits im Semifinale. Ohnmacht und Frust blieben zurück. Zumindest bei den Fans. Nach dem Ausscheiden gegen die Linzer Black Wings musste auch die Homepage der Vienna Capitals w. o. geben. Offenbar hatten sich zu viele frustrierte Anhänger ins Onlineforum geflüchtet, um dort ihren Dampf abzulassen.
Starensemble
Umso erstaunlicher war, wie gelassen der sonst nicht mundfaule Caps-Präsident Hans Schmid das stümperhafte Aus noch dazu auf eigenem Eis zur Kenntnis nahm. Dass die Wiener mit einem für österreichische Verhältnisse zusammengestellten Starensemble mit zwölf Legionären nicht ins Finale gekommen waren, kommentierte der gebürtige Kärntner mit einem gönnerhaften: "Schade, dass es kein schönes Ende war." Schmid sprach von einer "wunderbaren Saison", weil mehr Zuschauer denn je die Halle füllten. Selbstkritik? Fehlanzeige.
Ein Überdenken der Vereinsstrategie nach dem bösen Frühlingserwachen - nur Zagreb spielt in der Erste Bank-Liga mit mehr Söldnern - scheint bei den "Caps" nicht angedacht. Dass es die umstrittene Punkteregel gibt, ist in erster Linie den Wienern zu verdanken. Seinerzeit etabliert, um die Kosten für die qualitativ starken Österreicher zu reduzieren, hat sie dazu geführt, dass sich in der Liga mehr denn je ausländische Spieler tummeln. Und dadurch für die Heimischen immer weniger Platz ist.
Eine Selbstbeschränkung der Gastarbeiter und eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln, sprich verstärkte Nachwuchsarbeit der Vereine, würde dem Eishockey auf Sicht mehr Standsicherheit geben. Dass sowohl Innsbruck als auch Dornbirn, die derzeit die Finalrunde in der Nationaliga ausfechten, bezüglich eines Mitspielens in der höchsten Spielklasse bereits abgewunken haben, zeigt das Dilemma, im dem sich unser Eishockey befindet. Wie es aufgezogen wird, ist das Ganze einfach eine Nummer zu groß. Bei allem Ehrgeiz der Funktionäre, vielleicht dämmert ihnen, dass weniger doch oft mehr ist.
Sonntag: 2. Finalspiel: Linz - Salzburg (18, SkySport Austria, live)












