Hurras und VSV: Wohin des Weges?
Die "Adler" sind bereits auf Urlaub geflogen. Die Gründe für den neuerlichen Viertelfinal-Ausstieg, die bittersten Enttäuschungen: VSV-Coach Larry Huras zieht seine Bilanz.

Foto © GEPALary Huras und seine Jungs
Herr Huras, wie sehr trifft Sie das vorzeitige Aus?
Huras: Sehr. Ich bin regelrecht geschockt. Das ist doch alles relativ schnell gegangen. Die Saison lief von Beginn an unrund, unglücklich.
Welche Vorwürfe machen Sie sich selbst?
Huras: Viele, nach jeder einzelnen Niederlage habe ich mich gefragt: Was hätte ich von der Bank aus besser machen können?
Und was wäre das gewesen?
Huras: Man grübelt halt, wenn es nicht nach Wunsch läuft. Allerdings muss ich schon betonen, dass wir hier in Villach begrenzte Ressourcen haben, unsere Spielerdecke im Vergleich zu unseren Konkurrenten einfach sehr, sehr dünn ist. Es macht einen großen Unterschied aus, ob ich beispielsweise Salzburg oder Villach coache. Beim VSV sind die Varianten eben limitiert. Das wussten wir alle. Hinsichtlich Motivation ist mir nur aufgefallen, dass unser Team in Heimspielen wesentlich begeisterungsfähiger war als in den fremden Hallen. Bei Auswärtsspielen hat offenbar der letzte Kick gefehlt. Wir haben auch viele Auswärtspartien verloren.
Lag es vielleicht auch am Training? Noch nie sind so viele Cracks mit ähnlichen Verletzungen ausgefallen wie heuer beim VSV.
Huras: Auch ich habe ein ähnliches Phänomen in meiner langen Trainerkarriere noch nie erlebt. Ich habe mich mit jedem einzelnen Fall beschäftigt. Fast alle Verletzungen rührten von unglücklichen Zusammenstößen oder "Fehltritten" her: Einmal stieg einer auf den Puck, zerrte sich die Leisten. Beim anderen Mal krachten zwei beim Training zusammen, das Knie war verletzt. Dann kommt beispielsweise Elick retour, rutscht beim Training aus - und ist schon wieder weg. Einfach unglaublich!
Inwieweit gaben die vielen Verletzungen den Ausschlag für das vorzeitige Scheitern?
Huras: Wir haben die Ausfälle erstaunlich gut wegstecken können, viele sind über sich hinausgewachsen. Entscheidend war wohl die Adduktorenverletzung von Thomas Raffl. Er ist unser Schlüsselspieler, unser Goalgetter. Gegen Linz ist er uns an allen Ecken und Enden abgegangen. Tom hätte sicher in der einen oder anderen Partie zugeschlagen - dann wäre die Serie wohl ganz anders verlaufen. Dann kam auch noch das Pech von Mondou dazu. Der Bursche hat ganz groß angefangen, spielte tolle Partien. Plötzlich bekam er einen Check, seine Schulter war lädiert. Mondou konnte das komplette Play-off nur mit 50 Prozent spielen.
Werden Sie eine weitere Saison an der VSV-Bande stehen?
Huras: Ich würde gerne bleiben, wäre auch bereit, mich nach der finanziellen Decke des VSV zu strecken. Meine Vertragsverlängerung ist mit Bestimmtheit keine Frage des Geldes. Ich brauche aber ganz klare Perspektiven und Ziele. Ich war stets ein Sportsmann, mit dem grenzenlosen Ehrgeiz des Siegenwollens. Dazu braucht man aber auch eine entsprechende Mannschaft.
Was heißt das konkret?
Huras: Ich will demnächst den Vorstand fragen, wie sich der VSV die Zukunft vorstellt. Ich bin ein totaler Befürworter für die Nachwuchsarbeit, viele junge Spieler haben sich heuer enorm weiterentwickelt - wenn man aber ganz vorne mitspielen will, braucht man eine Mischung aus Routiniers und Talenten. Ich werde mich informieren, wie das Gesicht des VSV 2009/2010 aussehen wird. Dann werde ich mich entscheiden.
Fakten
EHC LIWEST Linz - EC Pasut VSV 2:0 (2:0,0:0,0:0).
Linzer Eishalle,
3.400, SR Cervenak/Längle.
Tore: P. Lukas (12.), Purdie (17.).
Strafminuten: 20 plus 10 Dilauro bzw. 22.
Endstand in der "best-of-seven"-Serie: 4:2 für Linz













