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Zuletzt aktualisiert: 29.10.2008 um 18:13 UhrKommentare

Luxus-Bullen gegen die Sparefrohs

Die Millionäre tanzen an! Salzburg kommt zum VSV, wo kein einziger Crack mehr als 65.000 Euro kassiert.

Foto © GEPA

Niemand außer Großinvestor Didi Mateschitz weiß wohl, was der jährliche Spielbetrieb der Roten Bullen tatsächlich kostet: Sechs, acht oder gar zehn Millionen Euro? Das "Unternehmen Eishockey" des erfolgreichen Energydrink-Herstellers ist weit verzweigt: Der Meister, die Nationalliga-Mannschaft, eine klubeigene Nachwuchsakademie mit zwei modernen Internaten, eine genial strukturierte Pyramide an Spartentrainern, eigene Talentespäher.

Eigene Bordküche. "Wahrscheinlich kostet der gewaltige Stab an Betreuern soviel wie ein durchschnittliches Erstliga-Team", schätzt VSV-Kassier Reinhard Grüner. Salzburg fährt auf Luxus ab. Allein schon der Mannschaftsbus mit eigener Bordküche und eingebauten Ergometern ist eine Wucht. Bei den Mozartstädtern ist eben alles top. Auch die Gehälter. Die Ex-Klagenfurter Thomas Koch und Dieter Kalt sollen für ihre Dreijahres-Verträge je 500.000 Euro erhalten haben, Matthias Trattnig liegt auf ähnlichem Niveau. Marco Pewal kommt ebenfalls nicht zu kurz. Der 30-jährige Stürmer wollte bereits vor zwei Jahren zurück nach Villach, ehe ihn die Roten Bullen mit einem deutlich erhöhten Zweijahres-Kontrakt noch "überredeten".

Liga-Tempo ist enorm. Gegen den amtierenden Champion sind die Villacher die reinsten Schotten. 2,25 Millionen Euro beträgt der Jahreshaushalt, kein einziger Crack verdient mehr als 65.000 Euro, die Legionäre bekommen, was sie verdienen, und die Jungen erhalten kaum mehr als eine Aufwandsentschädigung. "Ich habe mich immer gegen eine Überzahlung in der Liga gewehrt", hebt VSV-Manager Giuseppe Mion den Finger. "Daher müssen wir auch mit gutem Beispiel voran gehen." Trotzdem halten die Budget-Minimalisten aus der Draustadt das enorme Liga-Tempo, haben seit der Rückkehr von Kapitän Mike Stewart in allen sechs Spielen gepunktet.

Besten Defensivteams. Beim vierten Sieg en suite (4:3 gegen Tabellenführer Jesenice) gelang dem Villach-Kapitän nun sogar sein erstes (kurioses) Tor. Am Donnerstag zum Abschluss des ersten Drittel des Grunddurchganges duellieren sich nicht nur "Arm" und "Reich", sondern auch die beiden besten Defensivteams. Der Titelverteidiger kassierte bisher erst 45 Gegentreffer, der VSV 46.

HELMUT GRAM

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