Die Schießbude der Eishockey-Liga
"Zahnlos" sind momentan die Innsbrucker Haie. Die Tiroler gewannen von den letzten sechs Spielen nur eines und kassierten dabei 32 Tore.

Foto © GEPARon Kennedy
Es sollte alles anders werden in Innsbruck, vor allem aber eines: besser. Nach dem Motto: Koste es, was es wolle. Trainer Ron Kennedy durfte nach Herzenslust einkaufen. Gleich 13 Neue, darunter solche mit klingenden Namen, holte der ehemalige ÖEHV-Teamchef nach Tirol. Daneben führt Kennedy unter dem "Goldenen Dachl" ein strenges Regiment. So sind zum Beispiel Telefongespräche der Spieler mit Journalisten untersagt. Der Meisterschaftseinstand hätte auch nicht besser sein können: die Tiroler gewannen Spiel um Spiel, lachten nach vier Runden von der Spitze.
Wende.
Doch dann, ausgerechnet in Kärnten, wo Kennedy mit dem VSV große Erfolge feierte, kam die Wende: 2:5 beim VSV, 1:6 beim KAC - mit der Tiroler Herrlichkeit war es plötzlich vorbei. Ganz arg erging es den "Haien" bei ihrer letzten Dienstreise in den Osten: in Szekesfehervar gingen sie 0:5 unter und am Sonntag in Wien kassierten sie gar eine 2:9-Klatsche. Der ehemalige KAC-Legionär Chad Hinz, erst kurz bei Innsbruck, wusste nicht, wie ihm geschah. Mit 32 Gegentoren (bei zehn geschossenen) in den letzten sechs Spielen sind die Innsbrucker die Schießbude der Liga. Dabei sind sie angetreten, um aufzumischen. Dafür, sind Experten überzeugt, haben sie viel Geld in die Hand genommen.
Punktemaximum.
Daheim hält der KAC nach fünf Siegen in fünf Spielen das Punktemaximum. Beim 2:1 gegen Meister Salzburg wackelten die Hausherren zwar, fielen aber nicht. In den fremden Eishallen ließ der KAC diese Souveränität bislang eher vermissen. Jetzt warten zwei Auswärtsspiele. Gelegenheit, den zu Hause gezeigten Schwung mitzunehmen. Am Dienstag geht es zu den Black Wings nach Linz. Die sinnen nach dem sonntägigen 6:3 in Graz auf Revanche für die 2:5-Niederlage vor einer Woche. Allerdings: daheim gingen die Oberösterreicher dreimal (bei vier Möglichkeiten) leer aus.
Aufwärts.
Es geht - nicht nur in der Tabelle - aufwärts beim VSV. Die unnotwendige Niederlage in Salzburg planierten die Blau-Weißen mit einem 5:1 gegen Szekesfehervar. "Von der 30. Minute an, haben wir nahezu perfekt gespielt", befand der sonst eher kritische Giuseppe Mion. Dem VSV-Obmann imponierte auch, wie sich neben Stefan Bacher mit Andreas Kristler ein weiterer Junger für Aufmerksamkeit sorgte. Ein Fingerzeig, wie groß der Fundus an talentierten jungen Spielern bei den Villachern ist. Am Dienstag trifft Mike Stewart nach dem Tod seines Großvaters in Calgary wieder in Kärnten ein. Wenngleich der Verteidiger in Laibach landet und der VSV am Dienstagabend bei Olimpija seinen Arbeitseinsatz absolviert, wird er noch nicht in die blau-weiße Eishockey-Montur schlüpfen. "Das bring nach dem langen Flug nichts", ist Mion überzeugt. Laibach-Interims-Coach Bojan Zajic kündigte Umstellungen an.












