Haas soll kein Unikat bleiben
Österreich liegt bei der Beachvolleyball-U20-EM in Hartberg auf Medaillenkurs. ÖVV-Präsident Peter Kleinmann will auch bei Olympia ins Finale. Bisher schaffte es aber nur Schiedsrichterin Andrea Haas dorthin.

Foto © RS-ART Mehr als 1100 Fans sorgen auf dem Hartberger Hauptplatz für einen würdigen EM-Rahmen
Wenn sich Peter Kleinmann, Präsident des österreichischen Volleyball-Verbandes etwas vornimmt, dann setzt er es meist um - egal, ob es Titel mit den hotVolleys waren oder zwei Hallen-Europameisterschaften und die Beachvolleyball-U20-EM nach Österreich zu bringen. Jetzt will er sich einem neuen Projekt widmen. "Wir wollen 2016 in Rio eine Olympia-Medaille im Beachvolleyball gewinnen", sagt Kleinmann.
Vielleicht ist ja schon bei der U20-EM in Hartberg, wo am Sonntag um 9 Uhr der Finaltag ansteht, ein künftiger Medaillengewinner mit dabei. Das österreichische Top-Team Lorenz Petutschnig und Tobias Winter steht zumindest im Halbfinale.
Bisher ist es nur einer rot-weiß-roten Beachvolleyball-Vertreterin gelungen, in Olympia-Finalspielen teilzunehmen - Schiedsrichterin Andrea Haas. Die Wienerin leitete 2000, 2004 und 2008 insgesamt drei Finalspiele. "Das sind Momente, die man niemals vergisst", sagt die 48-Jährige, die nach Olympia 2008 in Peking ihre Karriere beendete, sich seither um Schiedsrichterausbildungen kümmert und - wie in Hartberg - als Delegierte für den europäischen Verband fungiert.
Nachfolger erwünscht
Mehr als 1600 Spiele ("Nur ein Spiel war perfekt") leitete Haas, die 1997 als Referee einstieg. Danach ging alles schnell. Gleich bei ihrem ersten World-Tour-Einsatz wurde sie mit dem Herren-Finale - als erste Frau - betraut, mehr als 30 Finale-Spiele bei Großveranstaltungen wie WM, EM oder Grand Slams folgten. Obwohl ihr Motto "An sehr gute Schiedsrichter erinnert man sich nicht" ist, ist der Name Haas in der Beachvolleyball-Szene eine Hausmarke, auch wenn sie selbst bescheiden bleibt. "Ich war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort."
Vielleicht ist Rio in vier Jahren jener Ort, an dem weitere Österreicher in die großen Fußstapfen von Haas treten. "Das würde mich wirklich freuen", sagt sie.












