Camper reisten ohne Zelte vom Gelände ab
Am "Beach Camp" im Klagenfurt herrschte am Samstag wetterbedingt Weltuntergangsstimmung. Von den rund 4000 Besuchern war bis Mittag die Hälfte abgereist.

Foto © APA
Undichte Zelte, völlig durchnässte Besucher und eine Wiese, die immer mehr zu einem großen See wird: Am "Beach Camp" im Klagenfurt herrschte Weltuntergangsstimmung. Der starke Regen seit Freitag, Gewitter und kühle Temperaturen vertrieben viele der jugendlichen Besucher vom eigens errichteten Campingplatz am Rande des Beachvolleyball-Grand-Slams. Die Stimmung ließen sich die Fans trotzdem nicht verderben, wie ein Lokalaugenschein der APA zeigte.
"Es geht einfach nicht mehr. Wir können nicht mehr hierbleiben", meinte ein junger Mann mit einer Blumengirlande aus Plastik um den Hals am Ausgang des Geländes. Unter seinem Regenponcho tönte laute Partymusik aus einem Radio: "Wir sind erst gestern gekommen, aber wir feiern jetzt einfach woanders weiter." Noch nicht aufgeben wollte eine junge Besucherin aus Wien, die sich drei Pizzen zum Eingang bestellte. Bis zu ihrem Zelt waren die Verpackungen allerdings bereits völlig durchnässt: "Wir müssen jetzt einmal etwas essen, vielleicht wird das Wetter ja noch besser", gab sie sich optimistisch.
Völlig unbeeindruckt vom Regen zeigte sich eine Truppe aus der Obersteiermark, die lautstark und bestens gelaunt unter einem Zelt feierte: "Solange es noch Bier gibt, ist alles in Ordnung." Der Vorrat an alkoholischen Getränken sollte jedenfalls noch bis morgen halten, versicherten die jungen Männer. Eine andere Gruppe aus Tirol, die ebenfalls angeheitert war, vertrieb sich die Zeit damit, Wasserballons in einer selbst gebastelten Konstruktion über den Platz zu schießen. Gut ausgerüstet war ein "Grand-Slam-Veteran": "Ich bin schon zum zehnten Mal dabei und habe auch immer hier gecampt, aber ich kann mich nicht erinnern, dass es schon einmal so schlimm war."
Bis Freitagabend hatten rund 4000 Besucher ihre Zelte am "Beach-Camp" aufgeschlagen. "Bis Samstagmittag sind etwa 2000 Personen abgereist", meinte Camp-Koordinator Andreas Pfleger. Viele der vorwiegend jugendlichen Gäste, die mit dem Zug abreisen, lassen ihre nassen Zelte am Platz zurück. Doch auch Schuhe und andere Kleidungsstücke blieben liegen. An die verbleibenden Camper wurden "so viele Regenponchos verteilt, wie wir nur bekommen konnten", sagte Pfleger. Außerdem wurde versucht mit Hackschnitzel die vorantreibende Seenbildung am Gelände einzudämmen. Autos, die bei der Abreise steckenbleiben, werden mit eigenen Squads aus dem Schlamm gezogen.













